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Aachen: Goldene Melodien zum zweiten Advent

Aachen : Goldene Melodien zum zweiten Advent

Ein „Nikolausgeschenk zum zweiten Advent” kredenzt Aachens Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch im Verein mit dem Chef des Eurogess, Eugen Rinder: ein Sonderkonzert mit einer Werkauswahl von Franz Lehár.

Das Motto des Abends: „Gold und Silber”.

Nachdem sich die jahrelang dahindümpelnden Konzerte des Sinfonieorchesters Aachen unter Bosch plötzlich zu Publikumsrennern entwickeln, sind die Voraussetzungen geschaffen, dass Musikdirektion und Eurogress jetzt erstmals als Veranstaltungspartner auftreten.

So präsentieren nun beide diese Musikgala als eine Hommage an Franz Lehár - mit dem zur Musik passenden Angebot eines anschließenden „österreichischen Buffets” aus der Spielcasino-Gastronomie.

Eine „Lücke im Repertoire” gedenkt Bosch mit der Sonderkonzertreihe zu schließen, die das sinfonische Programm ergänzen soll. Am 7. Dezember profitieren davon - keine Frage - vor allem die Operettenfreunde, wenn viele Höhepunkte aus Lehárs Werken erklingen: vom Walzer „Gold uns Silber” über „Dein ist mein ganzes Herz” aus dem „Land des Lächelns” bis zu „Gern hab ich die Fraun geküsst” und wie sie alle heißen.

Doch Bosch wäre nicht Bosch, wenn er unter die populären Melodien nicht auch Entdeckungswürdiges aus der Feder des k.u.k.-Meisters gemischt hätte: das Concertino für Violine und Orchester in h-moll zum Beispiel oder Kompositionen als Lehárs Zeit als Militärkapellmeister.

Solist ist Konzertmeister Alexis Vincent, der an diesem Abend mit „Gold und Silber” ursprünglich sein zehnjähriges Jubiläum in Aachen feiern wollte, nun wird es sein Abschiedskonzert. Die Dinge haben sich so ergeben, dass er am 1. Februar nach Bern wechseln wird. Bosch hält ihm die Stelle in Aachen für die ersten Monate frei: „Vielleicht gefällt es ihm in Bern ja nicht...”

Sängerisch gestalten den Abend der Tenor Bella Mavrack und die Sopranistin Lisa Graf - „unsere Primadonna”, wie Bosch sie liebevoll nennt, zurzeit im Großen Haus gefeiert als „Tosca”.

Einen schrecklichen Schicksalsschlag musste Lisa Graf vor zwei Wochen erleiden, als ihr Bruder im Alter von 32 Jahren tödlich verunglückt ist. Um so mehr freut sie sich auf dieses Konzert, wie sie am Montag sagte, in „meiner ersten musikalischen Heimat Aachen”, mit der sie bereits so viel verbinde...

Das Konzert beginnt um 18 Uhr, auch dies ein Entgegenkommen auf immer wieder geäußerte Wünsche aus dem Publikum. Im nächsten Jahr soll eine Gala „Von Strauß zu Strauss” die Reihe fortsetzen.