1. Kultur

Maastricht: „Glocal Affairs”: Eine Kunst-Region präsentiert sich

Maastricht : „Glocal Affairs”: Eine Kunst-Region präsentiert sich

Die Tür in der ehemaligen Maastricher Bautischlerei ist nicht so breit wie normal, sie misst maximal 35 bis 40 Zentimeter. Die Fenster sind ebenso eng, der Flur, die Küche, das Wohnzimmer, das Bad, fast alle Möbel: viel zu schmal.

Wer Frank Halmans Kunstwerk „La Disparation” betreten will, sollte besser nicht unter Klaustrophobie leiden. Seine konsequent zu Ende gedachte Idee von Wohnen auf engstem Raum ist nur eines von vielen hundert Ausstellungsstücken, die jetzt in Maastricht zu sehen sind.

Aktuelle Werke von 101 bildenden Künstlern, vorwiegend aus der niederländischen Provinz Limburg, aber auch aus Aachen und anderen Orten der Euregio, hat die Ausstellung „Glocal Affairs - Where are you?” zusammengebracht.

Hauptausstellungsort dieser Übersichtsschau über aktuelle Kunst der Region ist die Bautischlerei (Timmerfabriek) in Maastricht, ehemals Teil der Steingutfabrik Sphinx, die in den nächsten Jahren renoviert wird und zum schlagenden kulturellen Herzen des Stadtteils Belvédére werden soll, mit rund 70 Künstlern. Doch auch an anderen Standorten in der Euregio, darunter das Ludwig Forum in Aachen, die Universität Lüttich, das Designer Outlet Center in Roermond und das Kunstencentrum Signe in Heerlen, sind Teile dieser Schau zu sehen.

„Ein intensiver Prozess”

„Glocal Affairs” bietet außer einer Übersicht über die bildende Kunst der Region auch eine Reflexion der Beziehung zwischen dem Globalen und dem Lokalen der heutigen Kunstpraxis. „101 Künstler - das ist doch mal etwas! Diese Ausstellung zu organisieren, war ein sehr intensiver Prozess über Monate hinweg, für die Macher wie für die Künstler”, sagte Jean Boumans, Berater für bildende Kunst am „Huis voor de Kunsten Limburg” und Kurator von „Glocal Affairs”, der die genaue Zahl der gezeigten Werke selbst nicht kennt.

Neben Videoinstallationen, Bildern, Objekten, Skulpturen und Fotokunst Limburger Künstler gibt es auch Bilder von Johanna Roderburg und eine Installation von Tobias Danke zu sehen. Odile Wolfs, die Abgeordnete für den Bereich Kultur der Provinz Limburg, sagte, die Ausstellung sei eine Investition in die künstlerische Infrastruktur der Region, die sich derzeit bewirbt, Europas Kulturhauptstadt 2018 zu werden.

Annette Lagler vom Ludwig Forum, lobte die Schau als „Dokumenta Limburgs”.

Killaars im Ludwig Forum

Im Obergeschoss der ehemaligen Aachener Schirmfabrik sind als Teil der „Glocal Affairs”-Ausstellung vier Textilinstallationen der Maastrichterin Fransje Killaars zu sehen.