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Aachen: Genialer Klezmer-Klarinettist begeistert in St. Jakob

Aachen : Genialer Klezmer-Klarinettist begeistert in St. Jakob

Kombiniert man die Namen Beatles und Giora Feidman, dann ist das an Attraktivität für viele Musikfreunde kaum noch zu überbieten. So war denn die Kirche St. Jakob, eine der größten in Aachen, beim Auftritt von Giora Feidman zusammen mit dem Rastrelli Cello Quartett und dem Jerusalem Duo mit einem reinen Beatles-Programm nahezu bis auf den letzten Platz besetzt.

Der geniale Klezmer-Klarinettist, mit seinen inzwischen 82 Jahren aus derselben Generation stammend wie die Beatles, hat sich einen langjährigen Traum erfüllt und ein neues Album mit einer Auswahl von Beatle-Songs aufgenommen, das er bei seinem Konzert in Aachen präsentierte.

In geschickten und überwiegend gut klingenden Arrangements des Ensemble-Mitglieds Sergej Drabkin boten die fünf Musiker zahlreiche Highlights aus der reichen Sammlung des Beatles-Repertoires. Die interpretatorische Dimension der fehlenden Texte wurde ausgeglichen zum einen durch Giora Feidmans jede menschliche Regung in tief berührende Töne umsetzende Art zu musizieren, zum anderen durch das virtuose und einfühlsame Spiel der vier Cellisten Kira Kraftzoff, Mikhail Degtjareff, Kirill Timofeev und Sergej Drabkin.

Fetzige Version

Populäre Titel wie „Yesterday“, „Eleanor Rigby“, „Michelle“, „A hard Days Night“ und andere bildeten den ersten Teil, wobei die vier Cellisten mit einer nur für Cello-Quartett arrangierten fetzigen Version von „Dizzy Miss Lizzy“ das Publikum zu besonders spontanem Applaus animierten.

Im zweiten Teil wurde die Programmfolge aufgelockert durch Beiträge des Jerusalem Duos mit Hila Ofek, Harfe, und André Tsirlin, Sopransaxofon. Giora Feidman konnte die Harfenistin stolz als seine Enkelin vorstellen, den Saxofonisten als deren Ehemann.

Besonders bezaubernd war die Version von „Something“, das von André Zirlin mit seidenweichem Ton geblasen wurde. Titel wie „All My Loving“, „Let It Be“ , „Obladi-Oblada“ bildeten den Rest des zweiten Teils.

So ganz ohne Klezmer geht es bei Feidman dann doch nicht: Ihm widmete er die erste Zugabe, ehe bei der zweiten das gesamte Ensemble samt Duo in einer großen klanglichen Steigerung das „Hey Jude“ intonierte und bei dem Refrain das Publikum zum Mitsingen animierte.

Ein bewegender Abend in St. Jakob für das berührte Publikum, der unter anderem die Erkenntnis brachte, dass die Songs der Beatles auch ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Frische und Vitalität verloren haben.