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Aachen: Generationen nach Auschwitz

Aachen : Generationen nach Auschwitz

Am 4. März werden die Jüdischen Kulturtage im Düsseldorfer Schauspielhaus eröffnet, insgesamt 14 Städte in NRW sind an der Veranstaltungsreihe beteiligt. 20 Veranstalter geben sich schon allein in Aachen die Ehre mit dieser lebendigen Reihe, die Begegnungen ermöglichen und die vielfältige jüdische Kultur als „Bestandteil unseres Lebens” zeigen will, wie Aachens Kulturdezernent Wolfgang Rombey betont.

Schwerpunkte der Kulturtage sind diesmal die Bereiche zeitgenössische Literatur und Filmkunst. Aber auch die Musik kommt nicht zu kurz, unter anderem mit dem Klezmerkonzert von „Dance of Joy” am 14. März im Alten Kurhaus und dem Festival der Chöre, einem Chorkonzert mit Klavierbegleitung und Geige am 18. März in der Jüdischen Gemeinde Aachen. Die übrigens seit 1988, als sie fast schon vor der Auflösung stand, sich inzwischen verdoppelt hat - also wieder reges jüdisches Leben in Aachen.

Kulturmanager Rick Takvorian und Susanne Güntner vom Ludwig Forum haben die inhaltliche und organisatorische Koordination übernommen, ebenfalls dabei sind beim Pressegespräch Tina Terschmitten von der Buchhandlung 39, Peter Janku von der Jüdischen Gemeinde Aachen, Beate Franzen (VHS) und Walter Vennen, Buchhandlung Schmetz.

Alle Beteiligten sind zu Recht stolz auf das exquisite Literatur-Programm, das nicht nur mit renommierten jüdischen Autoren aufwarten kann, sondern auch neuen, hochkarätigen Büchern, die Einblick geben in das Leben der zweiten oder sogar dritten Generation nach Auschwitz, „voller Humor und dem Leben zugewandt”, wie Beate Franzen ausführt.

Dies gilt auch für die bekannte Autorin und Kolumnistin Lily Brett aus New York, die am 27. März aus ihrem Roman „Chuzpe” im Alten Kurhaus lesen wird, mit deutscher Übersetzung. Interessant wird sicher auch die Begegnung mit dem Franzosen Gilles Rozier, der am 20. März bei Schmetz am Dom sein Buch „Abrahams Sohn” vorstellen wird.

Spannend dürfte mit Sicherheit der Roman „Vienna” von Eva Menasse sein, die mit überbordender Erzähllust tief in Vergangenheit und Gegenwart einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln eintaucht (Lesung am 12. März im Suermondt-Ludwig-Museum).

Den literarischen Auftakt macht am 6. März, 20 Uhr, die niederländische Autorin Jessica Durlacher mit „Emoticon”, ebenfalls im Suermondt-Ludwig-Museum. Mit Maxim Biller tritt ein literarisches „enfant terrible” auf den Plan; der in Prag geborene Autor setzt gern gezielt Tabubrüche ein, doch sein Erzählband „Liebe heute” ist von großer Innigkeit und feinem Humor (Lesung am 1. April im Ludwig Forum).

Bei der Filmauswahl fällt Woody Allen auf mit „Manhattan” - am 21. März im Apollo Kino & Bar - und mit dem frühen Werk „Annie Hall” - am 28. März im Apollo Kino & Bar. Aber auch der israelische Film „Shnat Effes - Die Geschichte vom bösen Wolf” könnte ins gleiche Kino locken - am 12. März.

Ein Künstler-Workshop mit Zwi Szajer führt am 10. und 11. März, jeweils 12 bis 17 Uhr, ins Ludwig Forum: „Die Wüste zum Blühen bringen” für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Teilnahme gratis, Anmeldung erforderlich unter 0241/1807115.