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Aachen: Genau den richtigen Ton getroffen

Aachen : Genau den richtigen Ton getroffen

Klaviertrios aus frühen Schaffensperioden von Ludwig van Beethoven, Dmitri Schostakowitsch und Ernest Chausson bildeten das Programm des 2. Aachener Konzertes des Orlando Festivals im Ballsaal des Alten Kurhauses.

Zu Gast war das Storioni Trio Amsterdam, ein junges Ensemble mit Bart van de Roer, Klavier, Wouter Vossen, Violine, und Marc Vossen, Violoncello. Schon in Beethovens Klaviertrio G-Dur, dem mittleren von op. 1, vermittelten die drei jungen Leute ein Höchstmaß an interpretatorischer Kompetenz in Verbindung mit jugendlichem Impetus.

Da musizieren drei künstlerisch gleichwertige Persönlichkeiten in perfektem Zusammenspiel und feiner kammermusikalischer Ausgewogenheit, wobei das Problem der Klangbalance zwischen Klavier und den beiden Streichinstrumenten beim frühen Beethoven kaum lösbar ist. Zu sehr dominiert hier noch der virtuose Klavierpart, den der Komponist für sich selber schrieb.

Bei aller Virtuosität der drei schnellen Sätze überzeugt das Ensemble ebenso bei der intensiven, im Tempo jedoch flüssig genommenen Interpretation des Largos.

Der freche Geniestreich eines Siebzehnjährigen ist Schostakowitschs Trio op. 8, dessen kompositorische Mittel knapp sind, aber höchst effektiv und wirkungsvoll eingesetzt werden. Die drei Musiker fanden hier genau den richtigen Ton für jene typische Mischung aus Groteske und Ernsthaftigkeit, mit der Schostakowitsch das alles beherrschende chromatische Dreitonmotiv behandelt und beleuchtet.

Dagegen steht Chaussons Klaviertrio op. 8 ganz in der formalen Tradition der deutschen Romantik, allerdings in jener chromatischen Harmonik, die ihm von seinem Lehrer César Franck vermittelt worden war. Ein schönes, schwermütiges, selten zu hörendes Werk, das durch das Storioni Trio eine klanglich intensive Wiedergabe fand, die ebenso die formale Sinnfälligkeit des von einem mottoartigen Thema zusammengefassten Werkes wie seine eigenwillige, typisch französische Klanglichkeit auf wunderbare Weise zur Geltung brachte.

Sehr zu Recht gab es viel Beifall der wenigen, aber begeisterten Zuhörer.