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Aachen: Geldwäscher Drach wieder vor dem Kadi

Aachen : Geldwäscher Drach wieder vor dem Kadi

„Ich habe kein Verständnis für das neue Verfahren.” Mit jenem unheilschwangeren Satz begann der Kölner Drach-Verteidiger Detlef Hartmann den Auftakttag des zweiten Prozesses gegen Lutz Drach (44).

Der „kleine ” Bruder des Reemtsma Entführers Thomas Drach war 2004 vom Aachener Landgericht wegen schwerer Geldwäsche zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof hatte die Entscheidung auf Antrag der Aachener Staatsanwaltschaft im Revisionsverfahren einkassiert, weil auch die obersten Richter eine zusätzliche Verurteilung wegen banden- und gewerbsmäßiger Geldwäsche und mithin ein höheres Strafmaß nicht ausschließen wollten. Der Neustart am Mittwoch vor dem Aachener Landgericht litt unter Fehlzündungen, ja begann sogar mit einem Paukenschlag. Drach-Verteidiger Hartmann lehnte zunächst die 6. Große Strafkammer des Landgerichts (Vorsitz Richter Hans Laufenberg, 60) wegen Befangenheit ab.

Damals, vor etwa 17 Monaten, hatte die Staatsanwaltschaft neun Jahre Haft gefordert, wollte dem Gericht wie der Verteidigung keinen Einblick in die gesamten Ermittlungsakten geben. Im ersten Prozess konnte nur festgestellt werden, dass Teile der erpressten Reemtsma-Millionen von Bruder Lutz Drach (44), etwa sechs Millionen Schweizer Franken (3,9 Millionen Euro), mittels eines Kuriers über den Umweg Aachen nach Madrid und wieder zurückgeschafft wurden. Die Spur des Geldes verliert sich im Jahr 2000 auf dem Lütticher Hauptbahnhof.