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Stolberg: „Geldgieriger Anwalt handelt skrupellos”

Stolberg : „Geldgieriger Anwalt handelt skrupellos”

Zu zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung und einem fünfjährigen Berufsverbot hat am Mittwoch das Amtsgericht Eschweiler einen 46 Jahre alten Rechtsanwalt aus Stolberg verurteilt.

Das Schöffengericht erkannte auf gewerbsmäßige Untreue in 53 besonders schweren Fällen und ging mit seinem Strafmaß über das Plädoyer des Staatsanwaltes hinaus. „Das Gericht ist über das Ziel hinaus geschossen”, kündigte Verteidiger Aribert Preuth, der auf eine Bewährungsstrafe plädiert hatte, den Gang in die Berufung an.

„Eine Bewährung verbietet sich hier”, begründete Richterin Dr. Stella Wipperfürth die „ganz empfindliche Freiheitsstrafe”. Der Anwalt habe seine Mandanten wie im einem Selbstbedienungsladen ausgenommen. So habe er bei der Verwaltung einer Hauseigentümergesellschaft nicht nur ständig in die Kasse gegriffen, sondern das besondere Vertrauen, das einem Anwalt entgegengebracht wird, schäbig missbraucht.

Besonders verachtenswert würdigte das Gericht die Veruntreuung von 128.900 Mark aus dem Vermögen einer kranken Seniorin, zu deren Betreuerin der Anwalt bestellt war. „Geldgierig, skrupellos und berechnend” habe er sich kontinuierlich aus dem Vermögen anderer die Taschen voll gemacht. Wenig überzeugend gewertet wurde das Teilgeständnis des Angeklagten, der das Gericht „für dumm verkaufen” wollte.