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Aachen: „Gelbe Engel” geben selten auf

Aachen : „Gelbe Engel” geben selten auf

Dirk Ammer hat einen Traumberuf: Wenn er zum Kunden kommt, kann er in 83 Prozent der Fälle sofort helfen, bekommt ein herzliches Dankeschön und manchmal auch ein Trinkgeld obendrauf. Ammer ist einer von 20 ADAC-Pannenhelfern, die den Großraum Aachen sowie die Autobahnen A4, A44 und A61 bis zum Kerpener Kreuz betreuen.

Im vergangenen Jahr war ihre Hilfe bei knapp 40.000 Notfällen gefragt. Wie in der Bundesstatistik auch war die Starthilfe der unangefochtene Spitzenreiter in der Hilfsstatistik. „Schwache Batterien machen natürlich vornehmlich im Winter schnell schlapp, wenn viele Verbraucher eingeschaltet sind,” erklärt der „Gelbe Engel”.

Auf die sanfte Tour

Gleichmäßig übers ganze Jahr verteilt sich ein Hilferuf anderer Art, der an vierter Stelle der Pannenarten steht: Autofahrern muss ihr verschlossener Wagen geöffnet werden. Dirk Ammer, seit 2001 für den ADAC unterwegs, hat bisher noch jedes Mal helfen können - und zwar „beschädigungsfrei”, wie er betont. Damit die Pannenhelfer auch bei gerade auf den Markt gekommenen Modellen nicht scheitern, werden sie laufend von speziellen Instruktoren geschult. Und liefern laut Teamchef Gerd Mund manchmal bessere Arbeit als der Vertragshändler: „Ein Mercedes-500-Fahrer hat seine Werkstatt und uns alarmiert. Die Werkstatt wollte den Wagen abschleppen und ein Rücklicht zerschlagen, um dann an die Verriegelung zu gelangen. Unser Mann hat es auf die sanfte Art geschafft.”

Und selbst bei Problemen mit der immer mehr um sich greifenden Elektronik müssen die ADAC-Experten nur ganz selten passen. Zumindest bei neueren Wagen kann per normierten Diagnosestecker über den Laptop der Fehler ausgelesen, gelöscht oder manuell beseitigt werden. „Oft ist nämlich nicht das Steuergerät defekt, sondern nur eine Kleinigkeit im Umfeld”, erklärt Mund.

Auch für fast alle anderen automobilen Störfälle haben die „Gelben Engel” in ihrer rollenden Werkstatt das passende parat: Von Sicherungen und Schrauben über Universalschläuche bis hin zu Batterien, die für 85 Prozent der Modelle geeignet sind. Natürlich auch ein paar Liter Benzin und Diesel: 44.000 Autofahrern ging nämlich bundesweit im vergangenen Jahr der Sprit aus.

Nur in 17 Prozent aller Pannen müssen die „Gelben Engel” kapitulieren: „Dann greifen wir zur zweitbesten Lösung und rufen den Abschleppwagen,” erklärt Ammer.