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Köln: Geheimnisvolle Klangsprache: Rabih Abou-Khalil kommt

Köln : Geheimnisvolle Klangsprache: Rabih Abou-Khalil kommt

Er ist ein Meister auf der Oud, der arabischen Kurzhalslaute, und zugleich ein Musiker und Komponist, der zwar laufend Jazz-Awards erhält, sich allerdings nur einem Stil so richtig verbunden fühlt: dem eigenen.

Rabih Abou-Khalil, geboren in Beirut, das er 1978 auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg verließ, hatte im Libanon bereits die Kunst des Oud-Spielens erlernt, bevor er in München sein weiteres Musikstudium aufnahm.

Das arabische Erbe, verknüpft mit europäischer Klassik und amerikanischem Jazz prägen seit Jahren seinen besonderen Stil. Am Montag, 24. Februar, 20 Uhr, gastiert Rabih Abou-Khalil mit seinen Musikern im Einhard-Gymnasium Aachen.

Wenn der libanesische Oud-Spieler und Komponist Rabih Abou-Khalil mit ausgewählten Musikern auf Tour geht, hat das meistens zwei Gründe: Er will erleben, wie seine Kompositionen ihre geheimnisvolle Sprache entfalten, und er genießt das Wachsen einer Gemeinschaft, mit der er anschließend die neue CD aufnehmen kann. Genauso geschieht es im Moment.

Am kommenden Montag gastiert Abou-Khalil in der Aula des Einhard-Gymnasiums. „Jedes KOnzert ist anders”, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Neben Schlagzeug, Akkordeon und Klarinette wird zusammen mit der Oud noch eine weitere Klangfarbe aufleuchten: „Ich habe einen sardischen Sänger gefunden, der genau die richtige stimmliche Qualität und ein unbedingtes Rhythmusgefühl besitzt”, so der Komponist, der sich mit dieser Entscheidung viel Zeit gelassen hat.

Komponiert hat Abou-Khalil nicht nur die Melodien, sondern auch das, was der Sarde artikulieren wird - Texte in einer Art Klangsprache, bei der es wiederkehrende Motive, aber keine konkreten Worte, Sätze oder Texte gibt.

Rabi Abou-Khalil und der Jazz - ein Thema, das er selbst wesentlich zurückhaltender behandelt als seine Agenturen, die natürlich glücklich über einen zehnfachen Preisträger des Deutschen Jazz Award, der zudem den Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik für sein Gesamtwerk erhielt. „Wenn man mich fragt, was ich mache, kann ich im Prinzip nur sagen: Ich möchte meine Musik machen.”

Die Verbindung zu Klassik und Jazz leugnet er nicht. Durchsichtig, leichtfüßig, stark von der gegenseitigen Inspiration geprägt - so wünscht er sich den Klang. Und den Musiker?

Er muss so spielen, dass die anderen besser klingen, er muss so gut sein, dass er nicht an sich selbst denkt. „Ein 20-facher Salto, und keiner merkt es, dann ist es perfekt.” Auf Tournee geht er, damit die Musik „ihre Unschuld verliert”. „Sie muss so sein, dass sie verboten gehört”, betont er.

Das sinnliche Element ist für ihn bestimmendi - nicht zuletzt in der Gestaltung der CD-Cover mit ihrem 1001-Nacht-Flair. „Il Sospiro”, die Soloplatte mit kompositorischen „Notizen” des Libanesen, sollte endlich seinen Wunsch erfüllen, auch einen Duft zu transportieren.

„Die Farbe wurde aus England importiert, sie enthält eine Menge Kupfer”, erzählt er. Beigemischt hat man Ambra aus Damaskus, doch die Cover wurden zu eilig getrocknet, Ambra verflog. „Das war schon frustrierend”, gesteht Abou-Khalil. „Aber es wird mir noch gelingen.”