Aachen: Geheimnisvoll und düster: Theater K präsentiert „Im Zauber der Undinen“

Aachen : Geheimnisvoll und düster: Theater K präsentiert „Im Zauber der Undinen“

„Die Nacht begann, ihre Schatten auszubreiten; der Mond goss flüssiges Silber auf den Spiegel des Sees; die Nebelschwaden, vom Winde bewegt, wallten auf und ab, und die grünen Augen funkelten in der Dunkelheit wie tanzende Irrlichter über faulichtem Sumpf.“

Es säuselt, gurgelt, plätschert, wogt — so wie in den Zeilen des spanischen Romantikers Gustavo Adolfo Bécquer, die im aktuellen Projekt des Aachener Theaters K zitiert werden.

„Im Zauber der Undinen“ lebt von der Atmosphäre, in die das Ensemble den Saal im Aachen-Richtericher Schloss Schönau taucht: Die wabernde Aura der Nixen ist allgegenwärtig. Bühnenbildnerin Birgit Jansen nutzt blaugrünes Licht, eine videoprojizierte Wasseroberfläche, grüne Wasserlachen und Gewächse, um das Publikum in die mystische Unterwasserwelt zu ziehen. Abwechslungsreich zeichnen Schauspielerin Mona Creutzer, Sopranistin Catharina Marquet und Pianistin Galina Ryzhikova mit Versatzstücken aus Lyrik, Musik und Erzählungen ein Bild von der Sehnsucht nach der Vereinigung zwischen Mensch und Natur — und der mitunter verhängnisvollen Faszination, die die Meereswesen auf die Erdenmänner ausüben.

Das Ensemble greift dazu auf eher unbekannte Texte um die Meerjungfrauen zurück. Galina Ryzhikova erzeugt mit Stücken von Debussy („Clair de Lune“) und anderen sphärische Klänge. Catharina Marquet ergänzt den musikalischen Part mit beeindruckender Stimme und Tonsicherheit etwa in Ravels „Chanson de la Mariée“. Mona Creutzer stimmt stellenweise mit ein, rezitiert aber vor allem gewohnt ausdrucksstark und mitreißend.

Während die vorangegangenen Szenen- und Textcollagen des K-Ensembles durch die Zusammenstellung aus verschiedenen Quellen entweder teils unbekannte Einblicke boten („Marylin — Ikone“) oder sich mit „Miniaturen“ einem Oberbegriff auf mitunter sehr humorvolle Weise näherten, bleibt „Im Zauber der Undinen“ vorrangig auf die Schaffung einer geheimnisvoll-düsteren Stimmung beschränkt.

Der Zuschauer kann nachspüren, wie die Männer den Nixen verfallen und in ihr Verderben rennen und bekommt ein Gefühl für die Sehnsüchte, die die Wasserfrauen antreibt. Im nicht ganz gefüllten Saal kamen bei der Premiere die Piano-Soli von Ryzhikova besonders gut an. Als Zugabe gab es dann doch noch ein sehr bekanntes Stück: Das Chanson „La Mer“ brachte den Saal zum Mitsummen.

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