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Düsseldorf: Gefängnisausbrecher soll sich per Fax gemeldet haben

Düsseldorf : Gefängnisausbrecher soll sich per Fax gemeldet haben

Der auf mysteriöse Weise aus dem Krefelder Gefängnis verschwundene Bankräuber soll sich per Fax bei der Justiz gemeldet haben. Die Krefelder Staatsanwaltschaft und die Polizei wollten zu einem entsprechenden Bericht der „Westdeutschen Zeitung” am Freitag keine Stellung nehmen.

Dem Bericht zufolge fordert der wegen Bankraubes mit Geiselnahme zu sieben Jahren Haft verurteilte Mann eine mildere Strafe. Bei einer Verurteilung zu zwei Jahren Haft werde er seine Fluchthelfer ans Messer liefern und seine Abschiebung in die Türkei akzeptieren, so der Vorschlag in dem Schreiben, dessen Echtheit noch nicht feststehen soll.

Der Mann war vor einer Woche auf nach wie vor unbekanntem Weg aus dem Krefelder Gefängnis verschwunden. Der Vorfall wird auch den nordrhein-westfälischen Landtag beschäftigen. Die SPD hat eine Sondersitzung des Rechtsausschusses beantragt. Ihr rechtspolitischer Sprecher Frank Sichau sieht in dem Fall einen „unglaublichen Vorgang”, weil die Justiz auch nach Tagen nicht wisse, wie der Gefangene verschwunden sei.

Unterdessen wurde spekuliert, dass ein korrupter Wärter dem 38-Jährigen den Weg in die Freiheit gebahnt haben könnte. Auch Hilfe von außen und der heimliche Einsatz eines Nachschlüssels werden nicht ausgeschlossen. Trotz mehrfacher Suche hatten sich im Gefängnis tagelang keine Ausbruchspuren gefunden. Erst nach Tagen waren Kletterspuren an der fünfeinhalb Meter hohen Außenmauer entdeckt worden. Wie der Mann aus dem Hafttrakt an die Mauer gelangen konnte, ist aber weiter unklar.