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Ganz neue Aufbauten für Reisemobile

Ganz neue Aufbauten für Reisemobile

Düsseldorf. Auf dem Caravan-Salon auf dem Düsseldorfer Messegelände wird es in diesem Jahr so viele Neuheiten geben, wie kaum jemals zuvor. Grund dafür ist die lange Liste der neuen Basisfahrzeuge, die Reisemobilhersteller unter Zugzwang gesetzt hat.

Bei Mercedes zum Beispiel hat man eine neue Generation des Sprinter aufgelegt, was mit dem Crafter auch ein neues Modell aus dem Hause Volkswagen zur Folge hat. Beide werden schließlich in Kooperation gebaut. Fiat hat gerade den neuen Ducato vorgestellt. Und auch für den Peugeot Boxer und den Jumper von Citroen gibt es Nachfolger. Daneben gibt es von Ford einen neuen Transit.

Weil ein großer Teil der neuen Modelle erst in den vergangenen Wochen zur Verfügung stand, herrscht in den Werkstätten der Reisemobilbauer Stress. „Überall werden noch unter Hochdruck die neuen Reisemobilmodelle entwickelt und gebaut”, erklärt Andrea Erps, Sprecherin der Messe Düsseldorf. Was die Camper zu erwarten haben, beschreibt Frank Binder vom Caravan Industrie-Verband Deutschland (CIVD): „Es wird eine ganze Reihe komplett neuer Aufbauten für Reisemobile geben.”

Daneben sorgt der Fortschritt bei den Basisfahrzeugen auch auf der technischen Seite für Neues. Zum Beispiel verfügen die kommenden Modelle durchweg über stärkere und gleichzeitig in Sachen Abgas sauberere Motoren, zudem wird das Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) verstärkt in neuen Reisemobilen zu finden sein, das gleiche gilt für eine größere Zahl an Airbags.

Ein genereller Trend hat sich in der Vergangenheit schon angekündigt und wird wohl auch bei den neuen Modellen erhalten bleiben, wenn nicht sogar verstärkt werden: „Während man früher vor allem auf eher große und komfortable Fahrzeuge setzte, sind derzeit kleinere und kompakte Ausführungen im Trend”, so Binder. Die lassen sich mit den neuen Pkw-Führerscheinen bewegen. Außerdem sind sie wendig genug, um auch im Stadtverkehr eingesetzt werden zu können.

Ein Beispiel für eine der kompletten Neukonstruktionen im Rahmen des Chassiswechsels findet sich unter den Neuankündigungen von Dethleffs in Isny (Baden-Württemberg). Dort hat man die Baureihe Advantage nicht nur dem neuen Untersatz angepasst, sondern auch den Aufbau selbst gleich komplett mit überarbeitet - was nach Angaben des Herstellers im Endeffekt ein komplett neues Fahrzeug zur Folge hat. Im Innenraum führen die Neuerungen zu einer Auswahl von 21 Grundrissen, auch Ideen aus einer speziell von und für Frauen gestalteten Reisemobilstudie wurden im Rahmen der Neukonstruktion in die Serie übernommen. Dazu zählen Details wie ein sich in der Mitte verjüngender Küchen-Dachschrank für ein verbessertes Raumgefühl oder auch ein verschiebbarer Waschtisch im Sanitärraum.

Trotz des Trends zum kompakten Reisefahrzeug gibt es auch in der Oberklasse Neues. Hymer in Bad Waldsee (Baden-Württemberg) wird beispielsweise die sowohl innen als auch außen komplett neu gestaltete S-Klasse vorstellen. Hier zeigt sich mit den serienmäßigen Farbtönen Champagner oder Smaragdgrün, dass Reisemobile zunehmend von den einst einheitlichen blassen Lackierungen zu mehr Farbe wechseln, hinzu kommen aktuelle Technikdetails wie ein serienmäßiges Xenon-Licht. Innen findet sich dann unter anderem Luxus wie eine gegen Aufpreis lieferbare Lederausstattung oder ein versenkbarer Flachbildschirm.

Auch die Elektronik breitet sich in Reisemobil und Caravan weiter aus. Ging es auf diesem Gebiet in der Vergangenheit eher um Unterhaltungselektronik, fähigere Alarmanlagen oder auch die immer beliebter werdenden Navigationssysteme beziehungsweise Rückfahrkameras, so rückt jetzt das Thema Sicherheit verstärkt ins Blickfeld. In so manchem neuen Caravanmodell wird wohl zum Caravan Salon bereits das neuen ATC-System (Al-Ko Trailer Control) des Anbieters Al-Ko aus Kötz (Bayern) zu finden sein. „Umgangssprachlich handelt sich dabei um so etwas wie ein ESP für Anhänger”, beschreibt Al-Ko die Neuheit. Das System soll den Caravan auch bei heftigem Bremsen in der Spur zu halten.