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Brüssel: Ganz Belgien „begleitet” Jean-Marie Pfaff

Brüssel : Ganz Belgien „begleitet” Jean-Marie Pfaff

In seiner belgischen Heimat gilt Jean-Marie Pfaff als „Tausendsassa”. Was immer der heute 52-Jährige anfasst, macht er zu Geld. Kein Wunder: Der Name ist eine Legende.

Seit Jahren wissen die Belgier und inzwischen auch die Niederländer, was es bei den Pfaffs zum Mittagessen gibt, ob der Kühlschrank gefüllt ist oder wie Opa Jean-Marie mit seinen Enkeln kuschelt. „Die Pfaffs” heißt die erfolgreichste Endlos-Soap-Serie im Fernsehen, bei der schlicht und einfach eine Kamera alles („Aber nichts Intimes”) mitschneidet, was im Hause Jean-Marie Pfaffs, der drei Töchter, der Schwiegersöhne und Enkel alles passiert.

Sogar als Jean-Marie sich vor drei Jahren beim Urlaub in Italien mit dem Motorrad flachlegte, eine Hand brach und die Nase anschließend krumm stand, konnten die Fernseh- Zuschauer miterleben, wie dramatisch die Nachricht zuhause aufgenommen wurde. Tränenüberströmte Gesichter - das kam beim Publikum an. Dabei hatte niemand an einen Erfolg geglaubt, als der flämische TV-Sender VTM 2002 die Serie startete. Plötzlich aber waren die Pfaffs wichtiger als der belgische König, der Alltag der Ex-Fußballer-Familie einte sogar die sonst so heillos zerstrittenen Flamen und Wallonen. Am Ende übernahm das niederländische Fernsehen „De Pfaffs”, wie die Soap-Serie im Original viel sagend heißt, und übertraf damit sogar die Einschaltquoten für „Big Brother”.