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Aachen: Für ein engeres Vater-Kind-Verhältnis

Aachen : Für ein engeres Vater-Kind-Verhältnis

Das Erziehungsgeld weicht dem Elterngeld. Am Mittwoch steht die neue finanzielle Hilfe für Eltern im Kabinett in Berlin auf der Tagesordnung. Wurde das Erziehungsgeld bisher in einer Höhe von bis zu 300 Euro 24 Monate gezahlt, wird das Elterngeld mit bis zu 1800 Euro zwölf oder 14 Monate auf das Konto der Eltern überwiesen.

Betrug die Einkommensgrenze beim Erziehungsgeld für die ersten sechs Lebensmonate des neuen Erdenbürgers bisher 30.000 Euro des pauschalierten Nettoeinkommens für ein Paar und 23.000 Euro für Alleinerziehende mit einem Kind, so ist das Elterngeld nicht mehr für bestimmte Bevölkerungsgruppen konzipiert, alle Eltern bekommen es.

Ist die Idee des as Elterngeldes von Familienministerium Ursula von der Leyen (CDU) der große Wurf? „Die Politiker haben mit dem Elterngeld eine Diskussion entfacht. Es ist gut, dass in unserer Gesellschaft wieder geredet wird”, urteilt Paula Honkanen-Schoberth, Geschäftsführerin des Aachener Kinderschutzbundes. Die gebürtige Finnin hofft, dass sich nun mehr Väter um die Erziehung ihres Nachwuchses kümmern, „denn aus Untersuchungen weiß man, dass Väter ein viel engeres Verhältnis zu ihren Kindern haben, wenn sie sich ab der Geburt um die Babys kümmern”, erzählt sie.

In Finnland wissen das die Männer. Schon in den 90er Jahren nahm der damalige Premierminister Paavo Lipponen die gesetzlichen drei Wochen Elternzeit. „Wer könnte sich denn in Deutschland vorstellen, dass Vizekanzler Frank Müntefering Elternzeit nehmen würde?”, fragt Honkanan-Schoberth und schüttelt den Kopf. Deutschland ist seit 34 Jahren ihre Wahlheimat. „Die Haltung der Deutschen Kindern gegenüber ist anders als in den skandinavischen Ländern. Hier habe ich das Gefühl, dass Kinder stören.”