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Aachen/Alsdorf: Fünf Jahre für dreisten Wettbetrüger

Aachen/Alsdorf : Fünf Jahre für dreisten Wettbetrüger

„Gäbe es ein todsicheres System, dann gäbe es todsicher das Spiel nicht mehr.” Richter Arno Bormann schrieb dem notorischen Wettbetrüger auf der Anklagebank ins Stammbuch, was der bis heute einfach nicht glauben will.

Seit Jahren versucht er, mit seinem System Sportwetten unter anderem beim staatlichen Anbieter „Oddset” (Westlotto) zu platzieren - und machte auch dieses Mal nur Miese.

Leider benutzte der Angeklagte Mitte August 2005 nicht nur sein eigenes Geld, um bei einer Lotto-Annahmestelle Alsdorf dick abzukassieren. Er jubelte nach den gestern getroffenen Feststellungen der 1. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht in eindeutiger Betrugsabsicht dem Besitzer des Geschäftes gefälschte - und vor allem ungedeckte - Überweisungsträger über einen großen Teil des Spieleinsatzes von rund 75.000 Euro unter.

Der Lottobetreiber blieb später auf mehr als 20.000 Euro der Wettschulden sitzen. „Statt Bares gab es nur wertlose Überweisungsbelege”, stellte Richter Bormann fest. An ein todsicheres System zu glauben, sei sowieso Unfug, bemühte er den gesunden Menschenverstand, da ansonsten alle Wettanbieter längst Pleite seien.

Für den wiederholten Betrug kassierte der 38-Jährige , der im Sommer 2005 auch noch auf der Flucht war, einen deutlichen Warnschuss von fünf Jahren Haft.

Seine Lebensgefährtin musste wegen Beihilfe zum Betrug eine Geldstrafe von 2700 Euro hinnehmen. Knapp rutschte ein Eschweiler Anwalt an einer Verurteilung vorbei. Christian F. (38) sollte, nachdem die Lottogesellschaft die Gewinnauszahlung von 58.000 Euro nach Teilbeträgen von etwa 20.000 Euro gestoppt hatte, den Rest bei Westlotto einklagen - unter unrichtigen Vorraussetzungen. Das Verfahren wurde zwar eingestellt, der Anwalt muss aber 15.000 Euro zahlen.