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Alsdorf: Fülle von Effekten in der Umformerhalle

Alsdorf : Fülle von Effekten in der Umformerhalle

Unter dem Thema „Saitenspiele” stand das vierte und somit diesjährig letzte Konzert der 2. Konzertreihe in der Umformerhalle des Fördermaschinenhauses, Bergbaumuseum Grube Anna II.

Die leider recht kleine Zuhörerschar konnte sich an einem spannenden und auf die Moderne - nebst einem Ausflug zu Mozartscher Klassik - konzentrierten Programm mit Musikern des Sinfonieorchesters Aachen erfreuen.

Mozarts bekanntestes Flötenquartett D-Dur, KV 285, in einer sehr runden Interpretation mit teils recht zügigen Tempi vorgetragen von Martin Freyd (Flöte), Alexis Vincent (Violine), Thomas Morrison (Viola) und Walter Mengler (Cello), bildete den heiter, entspannten Mittelpunkt der Matinée.

Vorangegangen war das 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt entstandene Streichtrio für Violine, Viola und Violoncello von Gideon Klein, der kurz nach Vollendung des Werkes nach Auschwitz abtransportiert wurde. Wenn man es nicht wüsste, man würde diesem Werk nicht anmerken, wo und unter welchen Bedingungen es entstanden ist, so voll von pulsierendem, klingendem Leben ist es.

Julia Prinsen (Violine) sowie Morrison und Mengler boten bei sehr gutem Zusammenspiel eine überzeugende, zupackende Wiedergabe dieses Trios.

Eine problematische Thematik lag auch dem Schlusswerk „Black Angels” für Electric String Quartett (1970) des Amerikaners George Crumb zugrunde: Als Reflexion auf den Vietnamkrieg stellt es „eine Parabel über unsere gefährdete gegenwärtige Welt” dar.

Ausgangspunkt und zentrales kompositorisches Moment ist für Crumb die Dialektik Gott-Teufel, welche sich in einer Fülle von klanglichen Effekten niederschlägt.

Ausgefallenste Spieltechniken auf ihren Instrumenten, aber auch das Streichen über Gongs und mittels Wasser gestimmte Gläser, das Schütteln von Rasseln, Abzähl-Rituale in mehreren Sprachen nebst Zischen und Flüstern wurden den Musikern abverlangt und ergaben ein höchst surrealistisches Klangerlebnis.

So „abwegig” das Werk vielleicht für manchen Hörer sein mag, so engagiert und überzeugend wurde es von Vincent, Prinsen, Morrison und Mengler vorgetragen und trug ihnen zu Recht einen begeisterten Schlussapplaus ein.