1. Kultur

Heinsberg-Karken: Führt Spur nach Bluttat von Karken ins Drogenmilieu?

Heinsberg-Karken : Führt Spur nach Bluttat von Karken ins Drogenmilieu?

Der Täter, der am Dienstagnachmittag bei einer Kontrolle an der deutsch-niederländischen Grenze in Karken einen Bundespolizisten angeschossen hat, ist weiter auf der Flucht.

Dies bestätigte am Mittwoch die Pressestelle der Kreispolizeibehörde in Heinsberg auf Anfrage. Auf die Frage, ob auch im Drogenmilieu ermittelt werde, lautete die Antwort: „Ja, sicher, aber wir ermitteln natürlich in alle Richtungen!”

Der verletzte 40-jährige Beamte der Bundespolizei konnte am Dienstagabend nach ambulanter Behandlung aus dem Heinsberger Krankenhaus entlassen werden. Er hatte einen Handdurchschuss erlitten. Sein Kollege wurde nach der Bluttat psychologisch betreut.

Zum Ablauf des dramatischen Geschehens erklärte die Polizei am Mittwoch, die Schüsse seien doch nicht im Bus, sondern außerhalb des Fahrzeugs gefallen.

Der Veolia-Bus der Linie 79 war von Roermond aus, wo auch der spätere Täter zugestiegen sein soll, auf dem Weg nach Heinsberg. Als er bei Karken die Grenze passierte, waren der Fahrer und zwei Fahrgäste die einzigen Insassen. Ein zweiköpfiges Team der für den Grenzschutz zuständigen Bundespolizei stoppte den Bus wenige hundert Meter hinter der Grenze auf der Roermonder Straße für eine routinemäßige Kontrolle.

Einer der beiden Fahrgäste, die nicht zusammen unterwegs waren, wurde zu einer Überprüfung aus dem Bus gebeten. Dieser Mann stieg aus - und zog dann aus einer Umhängetasche die Pistole, drückte zweimal ab und flüchtete in ein Waldstück. Ein Schuss traf den 40-jährigen Beamten, der andere Schuss traf niemanden. Von den Bundespolizisten soll kein Schuss abgegeben worden sein.

Generell gilt bei der Polizei die Regel, dass bei solchen Personenkontrollen ein Beamter für die Überprüfung und der andere für die Sicherung zuständig ist. Auskünfte darüber, wie diese schließlich dramatisch verlaufene Kontrolle in Karken im Detail vorgenommen wurde, insbesondere was die Sicherungsmaßnahmen angeht, waren am Mittwoch weder von der Kreis- noch von der Bundespolizei zu erhalten. Dazu sei es noch zu früh, hieß es.

Die zunächst mit einem Großaufgebot von über 200 Kräften bestrittene Suche nach dem Täter war am Dienstagabend erst einmal ohne Erfolg abgebrochen worden. Kreispolizei, Bundespolizei und niederländische Polizei samt Hubschraubern und Hunden sowie Bereitschaftspolizei und Spezialeinsatzkommando waren an dem Einsatz beteiligt. Unterstützung leisteten Rettungsdienst und Notarzt, Freiwillige Feuerwehr und Technisches Hilfswerk.

Zu den Ermittlungen nach diesem versuchten Tötungsdelikt erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwochnachmittag: „Die Suche nach dem Täter läuft immer noch auf Hochtouren. Bisher sind verschiedene Hinweise bei der Polizei in Heinsberg sowie in den niederländischen Dienststellen eingegangen. Die polizeilichen Maßnahmen konzentrieren sich im Augenblick auf mehrere Spuren, die zurzeit überprüft werden und die Beamten hoffentlich zum Täter führen. Auch werden noch weitere Zeugen befragt, die gegebenenfalls weitere Hinweise zu der Tat geben können.”

Der gesuchte etwa 25 Jahre alte Mann dunkleren Hauttyps, vermutlich indonesischer Herkunft, ist 1,75 bis 1,85 Meter groß. Er hat eine auffallende Tätowierung am Hals. Der Mann sprach niederländisch und ist von normaler Statur. Er trug eine schwarze Blouson-Baumwolljacke und eine dunkle Hose. Neben der Umhängetasche führte er eine jeansfarbene Handytasche mit sich.