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Aachen: Führt Lutz Drach Ermittler zu den Millionen?

Aachen : Führt Lutz Drach Ermittler zu den Millionen?

Wird Lutz Drach im Prozess vor dem Aachener Landgericht Hinweise auf die Reemtsma-Millionen geben? Im Herbst - einen genauen Termin konnte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Dienstag noch nicht nennen - wird sich Drach wegen Geldwäsche in drei Fällen verantworten müssen.

Deller: „Für jeden einzelnen Anklagepunkt muss Thomas Drach mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren Haft rechnen.” Acht Jahre nach der Entführung des Hamburger Millionärs Jan Philipp Reemtsma ist Lutz Drach, Bruder des Reemtsma-Kidnappers Thomas Drach, jetzt wegen Geldwäsche angeklagt worden. Das teilte Deller am Dienstag mit. Lutz Drach wird vorgeworfen, sechs Millionen Schweizer Franken aus dem Lösegeld gewaschen zu haben.

Bei der Entführung Reemtsmas 1996 wurde mit 30 Millionen Mark (15,3 Millionen Euro) das höchste Lösegeld in Deutschlands Geschichte bezahlt. Bis heute ist davon nur ein Bruchteil - rund 1,3 Millionen Euro - wieder aufgetaucht. Der Entführer Thomas Drach sitzt seit 2001 im Gefängnis. Er wurde zu vierzehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Bislang nicht geäußert

Weder Thomas noch sein Bruder Lutz Drach haben die Ermittler bisher auf die Spur der Lösegeld-Millionen geführt. Lutz Drach hat sich seit Beginn seiner Untersuchungshaft im September 2003 nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er soll mit Hilfe eines Mittäters Teilbeträge des Lösegelds durch Kuriere nach Madrid und später wieder zurück nach Deutschland geschafft haben.

Lutz Drach war im November 2002 am Flughafen von Madrid festgenommen worden. Rund zehn Monate später wurde er nach Aachen ausgeliefert. Der entscheidende Hinweis auf Lutz Drach war 2002 von einem Aachener Physiotherapeuten gekommen. Dieser hatte ein Drittel des Reemtsma-Lösegelds in Moresnet gelagert und von dort weiter transportiert. Der dreifache Familienvater wurde vom Landgericht Aachen 2001 zu fünf Jahren Haft verurteilt.