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Aachen/Düren: Frust: Frauen im Park überfallen

Aachen/Düren : Frust: Frauen im Park überfallen

Vier Kinder hat der Angeklagte Markus O. aus Düren, 31, das älteste Mädchen ist acht, der Kleinste drei Jahre alt.

„Ich wollte ab und zu meinen Kindern ein Geschenk machen”, erklärte der Druckereigehilfe dem Aachener Schwurgericht ein Motiv für seine brutalen Raubüberfälle auf vier Frauen in einem Dürener Park.

Der Kammer und den Anwälten der Nebenklage fiel es sichtlich schwer, diesem Geständnis zu folgen, vor allem, da O. sein letztes Opfer nicht nur wie die andern bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, sondern anschließend auch vergewaltigt hatte. Die naive Begründung: Zufällig habe er ein Kondom in der Tasche gehabt.

„Warum haben Sie das alles getan?”, wollten die Prozessbeteiligten von dem jungen Vater wissen. Darauf muss sich der Mann gemeinsam mit seinem Verteidiger eine gute Antwort einfallen lassen. Denn die Staatsanwaltschaft geht bei den Taten, die in größeren zeitlichen Abständen zwischen November 2002 und November 2007 begangen wurden, zwei Mal von einem versuchten Mord gepaart mit schwerem Raub aus - Vorwürfe, die schwer wiegen und ihm lebenslange Haft einbringen könnten.

In seinem gestrigen Geständnis versuchte der Angeklagte, den Eindruck zu zerstreuen, er sei zielgerichtet vorgegangen. „Ich wollte nur Geld. Ich wollte nicht töten. Ich habe doch gemerkt”, erklärte er zur zweiten Tat Ende Februar 2004, „dass sie wieder zu sich kam und sogar die Finger bewegte. Da haute ich ab.” O. hatte an den Tattagen seiner Frau zu Hause vorgelogen, er müsse zur Frühschicht. „Ich wollte nur etwas Ruhe von dem ewigen Streit haben”, sagte er. Seine Frau habe ihn und die Familie in Schulden getrieben, begründete er seine Überfälle. Dann nahm er wie immer sein Fahrrad und fuhr los.

Drei Mal stellte er das Rad am belebten Kaiserplatz ab, streunte zu Fuß weiter in Richtung Rudolf-Schock-Platz, an dem er drei der vier Überfälle beging. Das Muster: Er schlich sich von hinten an die Frauen heran, legte ihnen von hinten einen Arm um den Hals, würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit und raubte sie aus. Zweimal blieb es bei einem Versuch, da sich die Frauen heftig wehrten.

Das erbeutete Mobiltelefon aus dem letzten Überfall 2007 wurde ihm zum Verhängnis: Er telefonierte damit und wurde gefasst. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.