Aachen: Fröhliche „Buhs”, und am Ende ist auch noch der Hahn tot

Aachen: Fröhliche „Buhs”, und am Ende ist auch noch der Hahn tot

Buh-Rufe kommen in friedlichen Familienkonzerten selten vor. Wenn das im 4. Konzert im vollbesetzten Aachener Theater diesmal anders war, lag das an Oberamtmann Schmitz vom „Aachener Notenamt”.

Der machte sich bei den Kindern mächtig unbeliebt, als er feststellte, dass das Sinfonieorchester Aachen viel zu viele Noten vergeudet, flugs Notenblätter einsammelte und am Ende sogar die Musiker vergraulte. Schließlich stand Kapellmeister Volker Hiemeyer mutterseelenallein vor dem leergefegten Orchesterpodium.

„Spart Noten!” hieß das Motto des Familienkonzerts, das über den kindlichen Spaß hinaus einige Seitenhiebe gegen eine sparsame, aber nicht immer sachkundige Bürokratie austeilte. Die undankbare Rolle des Sparkommissars Schmitz spielte Joey Zimmermann mit stoischer Konsequenz.

Ganz am Ende versammelten sich die Musiker allerdings wieder und konnten das Finale aus Beethovens „Eroica” wirkungsvoll zum Abschluss bringen.

Zuvor erklangen verschiedene Stücke mit unterschiedlich vielen Noten. Zum Verdruss von Herrn Schmitz Mozarts Ouvertüre zur „Entführung aus dem Serail” mit besonders viel Noten, Pachelbels berühmter Kanon mit erheblich weniger.

Und als die Musiker zum Schlusssatz von Haydns „Abschieds”-Symphonie nach und nach die Bühne verließen, da hüpfte Herr Schmitz geradezu vor Freude.

Den kleinen und großen Kindern schien die Geschichte zu gefallen. Und mit viel Freude sangen alle gemeinsam den Kanon „Der Hahn ist tot”. Die Mozart-Ouvertüre gelang übrigens ausgezeichnet, die Werke von Pachelbel und Haydn etwas holprig.

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