1. Kultur

Aachen: Frische Impulse für Aachens Konzerthaus

Aachen : Frische Impulse für Aachens Konzerthaus

Mächtig ins Zeug legten sich das Aachener Sinfonieorchester und sein Chef Marcus R. Bosch für das „Haus für Musik”, das mittlerweile architektonisch ansehnliche Formen angenommen hat - wenn auch nur als Modell.

Wie sich die Musikerinnen und Musiker bei der Gala präsentierten, die von unserem Redakteur Robert Esser elegant moderiert wurde, haben sie in der Tat eine angemessene Spielstätte verdient, wobei man sich von dem ovalen Zukunftsbau eine kreative Initialzündung erhofft, die natürlich weit über die städtischen Musikangebote hinauswirken und vom Jazz bis zum großen Gastorchester allen Facetten guter Musik eine Plattform bieten soll.

Vorteil für die Region

Dieter Philipp, Präsident des Zentralverbands des deutschen Handwerks und zugleich Präsident der Stiftung (in Gründung) „Haus für Musik”, sieht in einem attraktiven Konzerthaus gewichtige Vorteile für die Aachener Region als wirtschaftlicher Standort und positive touristische Perspektiven.

Nicht zuletzt symbolisiere die Initiative privater Förderer und Stifter ein Stück „Gemeinschaftserfahrung”, das sich, wie Bosch ausführte, bereits beim Mannheimer „Rosengarten” bewährte. So erfüllte neben bewährter Klassik auch eine Menge Zukunftsmusik das Eurogress rund um das Modell des futuristischen, entfernt an das Essener Aalto Theater erinnernden Baus inmitten der üppig bestückten gastronomischen Angebote im Eurogress-Foyer.

Unabhängig von der Frage, ob Optimismus und spendable Stifterbörsen ausreichen, um genügend Publikum für jährlich 145 Konzerte in einem Haus mit 1400 Plätzen anzulocken, warb das Aachener Sinfonieorchester mit dem stärksten Argument, das die Musik zu bieten hat, nämlich mit erlesener Qualität.

Johannes Brahms´ Zweite Symphonie gelang wie aus einem Guss, leuchtkräftig, mit Elan und Tiefgang, im sauber erarbeiteten Detail ebenso überzeugend wie im Gesamtaufriss der mächtigen Sätze. Und die superbe argentinische Cellistin Sol Gabetta, ganze 23 Jahre jung, richtete den Blick auf die Anziehungskraft, die eine würdige Konzertstätte auf den gar nicht so raren Nachwuchs ausüben könnte.

Sol Gabetta demonstrierte jedenfalls nachdrücklich, welch frische Impulse jugendliche Hoffnungsträger auslösen können. Mit Marcus R. Bosch verstand sich die Cellistin prächtig, so dass eine Interpretation des 1. Cellokonzerts von Dmitri Schostakowitsch zu hören war, die dem trockenen Witz des rhythmisch impulsiven Werks ebenso gerecht wurde wie der epischen Breite der intensiven Solo-Monologe. Informationen hält der Förderverein „Haus für Musik” bereit, 0241/1895134.