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Mönchengladbach: Friedhofsmord: Jugendliche weinten und zitterten vor Tat

Mönchengladbach : Friedhofsmord: Jugendliche weinten und zitterten vor Tat

Kurz vor dem Raubmord an einem Friedhofsbesucher in Hückelhoven hat es unter den vier angeklagten Jugendlichen offensichtlich große Unruhe gegeben.

Im Mordprozess beim Landgericht Mönchengladbach erinnerte sich ein Zeuge am Dienstag, er habe vor der Tat ein Mädchen aus der Gruppe weinen sehen. Das sagte ein Gerichtssprecher nach der nicht-öffentlichen Verhandlung. Laut Aussage hat auch einer der beiden Jungen zitternd dagestanden, seine Freundin habe seine Hand gehalten und auf ihn eingeredet.

Auch andere Friedhofsbesucher schilderten laut dem Sprecher, dass sich die jungen Leute sehr auffällig benommen hätten. Einer der zwei Jungen soll nach dem Grab einer Familie Schmidt gefragt haben, ohne damit sehr überzeugend aufgetreten zu sein. Die vier Jugendlichen sollen das 54 Jahre alte Opfer im März ermordet haben, um an dessen Auto zu kommen. Sie hatten laut Anklage den letzten Besucher abgewartet. Mit dem erbeuteten Wagen waren die Vier in Richtung Spanien geflüchtet.

Doch schon in der Nähe von Bergheim bauten die Angeklagten einen Unfall und flüchteten, wie am Dienstag der Fahrer des beschädigten Autos aussagte. Er war damals ausgestiegen und hatte an die Seitenscheibe des Fahrzeugs geklopft. Die Jugendlichen hätten aber Gas gegeben und seien davongefahren. Der Zeuge hatte daraufhin das Auto kurz verfolgt und dann das Kennzeichen an die Polizei gemeldet. Die Beamten wussten dadurch, in welche Richtung das Quartett floh.

Der nach dem Messerangriff gerufene Notarzt sagte dem Sprecher zufolge vor Gericht, dass das Opfer schon klinisch tot war, als er am Tatort ankam. Er habe noch zehn Minuten vergeblich versucht, den Mann wiederzubeleben, so der Arzt. Wegen des Stichs ins Herz habe der 54-Jährige aber keine Chance gehabt. Der Prozess wird am 3. Dezember fortgesetzt.