Flut der Symbole: „Pelleas et Melisande” am Theater Aachen

Flut der Symbole: „Pelleas et Melisande” am Theater Aachen

Aachen. Sie will zu viel und gewinnt am Ende doch: Die junge Regisseurin Eva-Maria Höckmayr überschüttet Claude Debussys wunderbar rätselhafte Oper „Pelleas et Melisande” mit einer Flut von Einfällen, webt über das symbolistische Kammerspiel ein dichtes Geflecht aus Anspielung, Ironie und tieferer Bedeutung.

Kaum ein Ton der überaus sinnlichen, in sich schwebenden Partitur bleibt ohne inszenierten Reflex auf der Bühne. Und das kann ganz schön nervig sein.

Dass am Ende des dreistündigen Premierenabends dennoch beinah einhelliger Jubel das Aachener Theater erfüllt, liegt nicht nur an der überragenden musikalischen Leistung: Das Sinfonieorchester Aachen unter Marcus R. Bosch zaubert wahrhaft betörende Klänge aus dem Graben, das Solistenensemble auf der Bühne, sämtlich Mitglieder des Hauses, findet außerordentlich berückende Töne für die tragische Dreiecksgeschichte.

Auch die Regie findet einen Weg aus dem selbst angerichteten Symbol-Dickicht. Die nimmermüde Drehbühne von Rick Schachtebeck beruhigt sich zum großen Liebesduett Pelleas’ und Melisandes und am Ende entsteht ein ganz und gar wunderbares Bild im Spannungsfeld von Hoffnungslosigkeit, Tod und Erlösung.

„Pelleas et Melisande”, drei Stunden, eine Pause. Weitere Vorstellungen: 1. November, 18 Uhr; 14. November, 19.30 Uhr; 18. November, 20 Uhr; 29. November, 18 Uhr; 18. Dezember, 20 Uhr; 22. Dezember, 19.30 Uhr; 3. Januar, 15 Uhr; 20. Januar, 19.30 Uhr; 18. Februar, 19.30 Uhr. Karten: 0241/4784244