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Aachen: Flammentod: Staatsanwalt will Höchststrafe

Aachen : Flammentod: Staatsanwalt will Höchststrafe

Im Doppelmordprozess um den Brandanschlag auf ein Paar im Schlafzimmer hat die Staatsanwaltschaft am Montag lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert.

Der 52-jährige Angeklagte habe seine Ehefrau und ihren Lebensgefährten aus gekränkter Eitelkeit grausam getötet, sagte Staatsanwalt Ralf Bücker vor dem Aachener Landgericht. Der Mann habe Benzin ins Schlafzimmer des Paares geschüttet und angezündet. Die 36-jährige zweifache Mutter verbrannte, der Mann starb Tage später.

„Der Angeklagte hat eine schreckliche, unfassbare, unverständliche Tat begangen”, sagte Bücker in seinem Plädoyer rund ein Jahr nach dem Anschlag in Schmidt bei Düren. Er bezeichnete den 52-Jährigen als Menschen „von unfassbarer und unvorstellbarer Grausamkeit und Brutalität”.

In Vernehmungen habe er sich stolz auf die Tat gezeigt. Nur der ehemals gemeinsame Hund hätte dabei nicht sterben dürfen. „Das ist an Zynismus kaum noch zu überbieten”, sagte Bücker.

Die Frau habe nach der Trennung mit einem 50-jährigen Mann zusammengelebt. Aus gekränkter Eitelkeit habe der Ehemann den Tod des Paares beschlossen: „Nach der Formel: Wenn nicht ich, soll dich auch kein anderer haben”, sagte Bücker.

Das beim Einbruch des Angeklagten wach gewordene Paar hatte vergeblich versucht, die Schlafzimmertüre zuzuhalten. Der Angeklagte hatte gestanden, Benzin ausgeschüttet und angezündet zu haben. „Seine Opfer sollten verbrennen”, sagte Bücker.

Die vier Nebenkläger, die unter anderem die 3 und 16 Jahre alten Söhne der Frau vertreten, plädierten ebenfalls auf lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Sie schließt eine frühzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren aus.

Die Verteidigung stellte keinen Antrag zum Strafmaß, plädierte aber dafür, auf die Feststellung der besonderen Schuldschwere zu verzichten. Das Urteil wird am Dienstag erwartet.