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Aachen: Flamme schafft eine besondere Gemeinschaft

Aachen : Flamme schafft eine besondere Gemeinschaft

Licht zu den Menschen bringen und die Welt ein bisschen heller machen - das ist nicht nur zur Weihnachtszeit wichtig. Das Friedenslicht aus Bethlehem soll dabei helfen. Pfadfinder aus ganz Europa haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Licht jedes Jahr in ihre Heimat zu holen und es zu verteilen.

Auch in Aachen ist das Friedenslicht als Symbol für Frieden und Hoffnung angekommen.

Seit 1986

Ins Leben gerufen wurde die Aktion 1986 vom ORF in Österreich. Seitdem wird jedes Jahr das Friedenslicht in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet. Friedenslichtkind 2008 war Marlene Irndorf. Die 15-jährige hatte ihren Vater verloren und sich trotz dieses Schicksalsschlags vorbildlich für ihre Mitschüler eingesetzt. Sie durfte am 25. November das Licht in Israel entzünden, das anschließend nach Wien transportiert wurde.

Dort warteten bereits über 100 Pfadfinder aus 20 Ländern. Darunter auch vier junge Pfadfinder aus Deutschlands Westzipfel: Anna (14), Hanna (14), Ylva (18) und Johannes (20) haben in diesem Jahr das Licht nach Aachen geholt. „Es war toll, selbst mitzuerleben, wie das Friedenslicht ausgesendet wird”, erzählt Hanna. Vier Tage lang waren sie mit dem Zug unterwegs. Auf der Rückfahrt haben sie das Licht schon an viele Menschen weitergegeben.

„An den Bahnhöfen standen oft Menschen, die auf das Licht gewartet haben. Sogar Amerikaner waren dabei”, berichtet Ylva beeindruckt. Dabei darf die Flamme nie ausgehen und wird von Hand zu Hand weitergereicht. „Es ist ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl”, sagt Johannes. Die brennende Kerze soll alle Menschen daran erinnern, sich für den Frieden einzusetzen.

Viele Pfadfinder

Am Sonntag Nachmittag erreichte das Friedenslicht den Aachener Hauptbahnhof. Mit einem Friedensmarsch wurde das es zur Aussendungsfeier in St. Adalbert am Kaiserplatz getragen. Vertreter vieler Pfadfinderstämme, aber auch Familien waren mit kleinen Laternen gekommen, um das Friedenslicht mitzunehmen. So soll die Flamme möglichst viele Menschen erreichen. „Jedes Jahr an Heiligabend geht unsere Familie mit der Kerze auf die Straße und wir bringen es zu unseren Nachbarn”, erzählt Anna. Auch in den Kirchen der einzelnen Gemeinden brennt das Licht bis ins neue Jahr hinein.

Die vier deutschen Pfadfinderverbände DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) , VCP (Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder) , PSG (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) und BdP (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder) unterstützen die Aktion jedes Jahr. „Wir wollen die Flamme in die Welt tragen”, sagt Jörg Duda (DPSG). So wird das kleine Licht in den nächsten Wochen in vielen Häusern in Aachen brennen. Für eine friedliche Zukunft.