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Düsseldorf/Osnabrück: Filmbüro Nordrhein-Westfalen bald am Ende?

Düsseldorf/Osnabrück : Filmbüro Nordrhein-Westfalen bald am Ende?

Die geplante Zusammenlegung des Filmbüros Nordrhein-Westfalen mit der Filmstiftung des Landes hat das Film- und Medienbüro Niedersachsen scharf kritisiert.

Damit zerstöre NRW „handstreichartig filmkulturelle Strukturen”, heißt es in einem am Montag verbreiteten Offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD).

Auch zahlreiche Filmschaffende in NRW hatten in den vergangenen Wochen gegen die von der Düsseldorfer Staatskanzlei beabsichtigte Fusionierung des Filmbüros mit der vor allem wirtschaftlich orientierten Düsseldorfer Filmstiftung protestiert.

An der Fördereinrichtung sind das Land sowie öffentlich-rechtliche (WDR, ZDF) und der private TV-Sender RTL beteiligt.

Den Förderetat des kulturell engagierten Filmbüros einzusparen, sei „gleichbedeutend mit der Entscheidung eines Industriekonzerns, seine Forschungslabors zu schließen”, schreibt der Geschäftsführer des Niedersächsischen Film- und Medienbüros, Karl Maier.

Der Medienstandort NRW, der in dieser Struktur auch für andere Bundesländer vorbildlich gewesen sei, müsse und könne sich auch in Zeiten knapper Kassen zwei unabhängig von einander arbeitende Fördersäulen leisten, meinte Maier.

Die Schließung des Filmbüros zerstöre kulturelle demokratische Strukturen, die über viele Jahre gewachsen seien und mit ihren Erfolgen das Bild des Filmlandes NRW geprägt hätten, heißt es in dem Schreiben. In Niedersachsen habe man die Erfahrung gemacht, dass innovative und außergewöhnliche Stoffe unter „senderorientierten Förderstrukturen” keine Chance mehr hätten.

Die Produktionsförderung der Mediengesellschaft der Länder Niedersachsen und Bremen bestätige, dass sich die Förderauswahl an den Programmbedürfnissen der beteiligten Fernsehsender orientiere.