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Oekoven: Feldbahn wartet mit vielen Raritäten auf

Oekoven : Feldbahn wartet mit vielen Raritäten auf

„Überschaubar” - dies gilt für die Fahrtdauer, die Tarife und sogar für die Verkehrsmittel: Wer in Oekoven einen Waggon besteigt, muss umdenken. Denn im Rheinischen Feldbahnmuseum ist alles eine Nummer kleiner als bei der „großen” Bahn.

Einmal im Monat öffnet das Museum, dann dampfen und dieseln Lokomotiven mit einer Handvoll Anhänger über die rund einen Kilometer lange Strecke und nehmen Fahrgäste mit. Der alte Eisenbahner-Spruch vom „Blumenpflücken während der Fahrt”, das bekanntlich verboten ist, könnte hier durchaus Geltung besitzen. Auf maximal 15 Stundenkilometer dürfen die Loks beschleunigen; wer allerdings eine Bahnfahrt hinter sich hat, wird dafür viel Verständnis haben: Es ruckelt und zuckelt auch so genügend.

„Feldbahn” - dieser Oberbegriff wird dem Museum nur in Teilen gerecht: Die schmalspurigen Eisenbahnen versahen ihren Dienst nicht nur im Personenverkehr auf Feld und Flur, sondern auch im Bergbau und in der Industrie. Eine dementsprechende Breite hat auch die Fahrzeugsammlung mit knapp 30 Lokomotiven und mehr als 80 Anhängern: Die Gleise haben die - am meisten vertretene - Spurweite von 600 Millimetern, ausgestellte Loks und Wagen aus Steinkohlezechen rollen auf 580, 640 oder 680 Millimetern, müssen folglich umgespurt werden.

Gegenkolbenmotorloks, Luftspeichermotorloks, Schöma-Holzgaslok, Kipploren aus dem Reichsautobahnbau, ein Schienenfahrrad aus dem Bergbau - die Liste von besonderen Fahrzeugen, die Markus Mandelartz vom Verein Feld- und Werksbahnmuseum Oekoven vorlegt, begeistert jeden Eisenbahnfreund mit Vorliebe für kleinere Formate; der Laie genießt die Beschaulichkeit der Anlage, die auf historischem Grund entstand: „Hier verband früher eine Feldbahn eine Brikettfabrik mit dem Netz der Deutschen Reichsbahn”, erklärt Mandelartz. In den 60er-Jahren wurde die Fabrik abgerissen, das Gelände lag brach. Der in Mönchengladbach gegründete Verein verlegte dann Ende der 70er-Jahre Gleise aus einem Steinbruch in der Eifel.

Heute stehen auf dem Museumsgelände ein Lokschuppen und zwei Bahnhöfe, zwischen denen die Züge verkehren; eine Feldbahn-Museumshalle baut der Verein derzeit. Aber schon jetzt kommen pro Öffnungstag - in diesem Jahr noch am 5. September und 3. Oktober - schon zwischen 1800 und 3500 Besucher.

Anfahrt über die A44/46 bis Autobahnkreuz Jüchen, dann auf die A540 bis Grevenbroich-Süd, dort rechts ab auf die Kölner Landstraße, dann links auf die Neurather Straße und der Beschilderung folgen. Die Züge verkehren von 11 bis 18 Uhr, Erwachsene zahlen 2,60, Kinder 1,30 Euro. Mehr dazu: www.feldbahnmuseum.de