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Aachen: Feine Bewegungen im reinen Klang

Aachen : Feine Bewegungen im reinen Klang

Eine wirklich feine Reihe von Kammermusikveranstaltungen haben Mitglieder des Aachener Sinfonieorchesters und der Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde da auf die Beine gestellt.

Jetzt fand das vierte und letzte Kammerkonzert vor der Sommerpause im Spiegelfoyer des Stadttheaters Aachen statt.

Wie oft in den verschiedenen Programmen richteten diesmal Christine Hildebrand (Flöte), Stéphane Egeling (Oboe), Philipp Zehm (Klarinette), Sabine Gabbe (Violine), Stephanie Bock (Violine), Julia Prinsen (Violine), Andrew Simpson (Viola), Sandra-Marta Rehle (Viola) und Almut Ensinger (Violoncello) ihren Blick ein gutes Stück über das Tagesgeschäft hinaus.

Zwar begannen sie ihr Konzert mit Max Regers mozartgeschwängertem Klarinettenquintett A-Dur (op.146), doch schwenkten sie anschließend in eine merklich andere Richtung. Die „(Bruch)Stück(e) für sechs Instrumente” des 1956 in Aachen geborenen Komponisten Michael Reudenbach ließen sich auch als Absichtserklärung lesen.

Die erst vor fünfzehn Jahren uraufgeführte Komposition hatte nun offenkundig nur entfernt mit dem Tagesgeschäft eines Kammermusikensembles zu tun.

Es ging im Wesentlichen darum, oft nur mit dem Klang des Luftstroms auf Flöte, Klarinette und Oboe oder mit dem bloßen Aufsetzen des Bogens auf den Streichinstrumenten akustische Bewegungen zu erzeugen - meist ohne dabei „richtige” Töne hervorzubringen. Nur selten wurde dieser sehr fein gewebte Klangstoff von einigen wenigen gezupften tonalen Akzenten durchstoßen.

Sympathisch, dass auch mancher der sicher schwer arbeitenden Musiker sich ein (wohlwollendes) Lächeln nicht verkneifen wollte. Wenn dieser Bruch auch insgesamt ein wenig hart erschien, so machte er dich die angenehme Offenheit des Ensembles und der beiden Konzertkoordinatoren Andrew Simpson und Eberhard Reimann deutlich.

Die zweite Konzerthälfte gehörte dann ganz der Klassik und diesmal Mozart. Die vier Sätze seines Quintett C-Dur (KV 515) spann- ten den Bogen zwischen faszinierender Virtuosität und vollendetem Wohlklang.

Sehr souverän und intensiv - wie sie im Verlauf des ganzen Konzertes agierten - arbeiten die Musiker hier jede noch so kleine Bewegung heraus und überzeugten vor allem mit dynamisch feiner Artikulation. Zu Recht brandete lang anhaltender Applaus auf.