1. Kultur

Düsseldorf: Fahrradwurf: Frau gesteht, Gericht zweifelt

Düsseldorf : Fahrradwurf: Frau gesteht, Gericht zweifelt

Im Prozess um eine 35-Jährige, die einen Mann mit einem Fahrradwurf schwer verletzt haben soll, hat am Freitag ein Sachverständiger vor dem Düsseldorfer Amtsgericht ausgesagt.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass die nur rund 1,50 Meter große Angeklagte ein 15 Kilogramm schweres Kinderrad vom Balkon ihrer im siebten Stock gelegenen Wohnung geworfen habe, sagte der Experte am Freitag.

Mit einem derartigen Wurf war einem Passanten der Schädel zertrümmert worden - der junge Mann liegt seither im Wachkoma und ist fast vollständig gelähmt. Die Sozialhilfeempfängerin hatte vor Gericht zunächst ein Geständnis abgelegt. Sie habe Streit mit ihrem Lebensgefährten und ihren Kindern gehabt und sei außerdem angetrunken gewesen. Als sie dann auf dem Balkon über das Rad gestolpert sei, habe sie es wutentbrannt über die Brüstung geworfen.

Der Richter hat dennoch Zweifel am Geständnis der Frau. Nach der Tat war zunächst ihr vorbestrafter 31-jähriger Lebensgefährte in Verdacht geraten. Er hatte sich in Widersprüche verstrickt. Das Gericht schließt nicht aus, dass die bislang unbescholtene Angeklagte die Tat auf sich nehmen könnte, um ihrem Freund eine wesentlich härtere Strafe zu ersparen.

Nach Versuchen mit mehreren Test-Personen sei es Frauen von ähnlicher Statur gelungen, Fahrräder über die Balkonbrüstung zu werfen, berichtete der Sachverständige. Die Räder seien 21 Meter tiefer im Bereich der Stelle aufgeschlagen, wo die schwere Verletzung des Opfers eine Blutlache hinterlassen hatte.

Der Prozess soll am 8. Februar mit den Plädoyers fortgesetzt werden.