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Köln: Europa in der Weltraumtechnologie „führend”

Köln : Europa in der Weltraumtechnologie „führend”

Die europäische Weltraumtechnologie ist nach Aussage von
EU-Industriekommissar Günter Verheugen „erstklassig und weltweit führend”.

„Europa sieht sich aber stärkerem Wettbewerb ausgesetzt und muss sich bemühen, seine Spitzenposition zu behalten”, sagte Verheugen am Montag bei einem Besuch des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR und des Astronautenzentrums der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Köln. Der Vize-Präsident der EU-Kommission informierte sich unter anderem über den Einsatz von Weltraumtechnologie in der Katastrophenhilfe.

„Wir haben gezeigt, dass Erdbeobachtungen eine nicht mehr weg zu denkende Größe im Bereich der humanitären Hilfe sind”, sagte Stefan Dech, Direktor des Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums. Als Beispiel zeigte er Satellitenbilder Thailands vor und nach der Tsunami-Katastrophe. „Diese Bilder sind wichtig für die Hilfsmannschaften vor Ort”, sagte Dech. „Wenn Geld keine Rolle spielen würde, könnte man ein Frühwarnsystem für die gesamte Erdoberfläche entwickeln.” So könnten Brände und Tsunamis frühzeitig entdeckt werden. Dech ist sicher, dass die Investitionen für ein solches System geringer seien als die Folgekosten der Tsunami- Katastrophe.

Verheugen informierte sich auch über das Astronautentraining der ESA in Köln. Dort bereiten sich neben deutschen unter anderem auch russische und US-Astronauten auf ihre Missionen im All vor. Nach einer zweijährigen Grundausbildung werden die Astronauten in einem dreijährigen Training mit Hilfe von Shuttle-Simulatoren, Navigatoren und Fitnessprogrammen auf ihre Einsätze im Weltraum vorbereitet. Auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter wird unter anderem in Köln auf seinen geplanten Langzeitaufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS vorbereitet.

Nachdem Verheugen an einem Simulator das Andockmanöver eines Raumschiffes an die Raumstation missglückt war, kostete er die Astronautennahrung. „Das schmeckt wunderbar. So schlimm ist das ja gar nicht”, sagte der deutsche EU-Kommissar.