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Aachen: Erstes Kammerkonzert: Vieles klingt zu zäh, zu laut und zu steif

Aachen : Erstes Kammerkonzert: Vieles klingt zu zäh, zu laut und zu steif

Französische Bläserklänge bestimmten das erste Kammerkonzert der neuen Saison. Für den Auftakt der von der „Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde Aachen” tatkräftig unterstützten Reihe suchte man wieder mit Erfolg nach wenig bekannten Kleinodien.

In dieser Hinsicht wurde man vor allem bei Francis Poulenc fündig, dessen Sextett für Klavier und fünf Blasinstrumente zu den wertvollsten Beiträgen der französischen Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts zählt. Allerdings erfordert das quicklebendige und glockenhelle Stück erheblich mehr an stilistischer Flexibilität, dynamischer Feinarbeit und klanglicher Transparenz, als es der Pianistin Isabel Gabbe und den fünf städtischen Bläsern gelingen wollte. Angesichts der sehr kompakten Akustik im stickigen Spiegelfoyer des Theaters möglicherweise auch nicht gelingen konnte.

Da klang vieles zu zäh, zu laut und zu steif. Besseres lässt sich leider auch vom Rest des anspruchsvollen Programms nicht sagen. Ein schöner Hornton wie der von Michael Roberts reicht für Poulencs „Elegie” nicht aus, wenn er nicht biegsamer modelliert wird.

Das gilt prinzipiell auch für Bianca Gleisner, die neue Solo-Oboistin des Aachener Orchesters, die immerhin die abgeklärte Schönheit von Camille Saint-Sa?ns´ später Oboen-Sonate mit viel Einsatz hörbar machen konnte.

Das Programm startete mit Nicolai Rimski-Korsakows Quintett für vier Bläser und Klavier. Kein unbedingt französischer, aber auch kein originär russischer Beitrag. Ein Stück mit Längen, die durch die massive Spielweise der Aachener noch unterstrichen wurden.

Und dass im langsamen Satz in mancher Bläser-Kantilene schon das Kolorit des späteren Opern-Komponisten aufleuchtet, auch davon war nicht allzu viel zu hören.

Ein interessantes Programm, dem es aber an der nötigen Feinarbeit fehlte. Das Konzert wird am Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt. Karten siehe Hinweis.