Erstaunlich frisch: Fettes Brot in Köln

Palladium zweimal ausverkauft : Fettes Brot zeigt sich in Köln erstaunlich frisch

8000 Fans feiern bei zwei Konzerten im Palladium: Auch nach der kleinen Ewigkeit von knapp 30 Jahren ist Fettes Brot noch immer gut für eine fette Party.

Man mag es kaum glauben, aber ein Mindesthaltbarkeitsdatum scheint es für Fettes Brot nicht zu geben. Rund 8000 Fans ließen sich das erstaunlich frisch gebliebene Hamburger Hip-Hop-Brot bei zwei ausverkauften Konzerten im Kölner Palladium schmecken. „Ich liebe mich“, eine Hymne auf den gesunden Narzissmus, eröffnet das Konzert, bei dem die deutschen Hip-Hop-Pioniere Rap, Pop und Elektronika perfekt vermengen.

Die musikalische Süße, die der Mischung beim aktuellen „Lovestory“-Album hinzugefügt wurde, macht aus dem Fetten Brot noch lange keinen labbrigen Stuten. Bei „Wacklige Angelegenheit“ gehen die Arme auf Kommando nach oben, und spätestens bei „Erdbeben“ vibriert der Hallenboden.

Martin Vandreier alias Dr. Renz, Boris Lauterbach alias König Boris und Björn Warns alias Björn Beton toben wie ausgelassene Jungs über die Bühne mit Paradiesäpfel-Deko. Sie brillieren mit exzellentem Timing, das sie sich über ihre lange Karriere antrainiert haben. Im Hintergrund liefert eine ebenso gut eingespielte Band mit DJ, Keyboarder, Bass und Schlagzeug einen wuchtigen, mit reichlich Elektro-Sounds durchwirkten instrumentalen Background.

Das Brot will nicht mit seinen Hits langweilen und kündigt daher mit ironischem Hintersinn eine B-Seite aus den 70ern an. Als dann aber „Emanuela“ erklingt, kennt der Fanchor kein Halten mehr. „Lass die Finger von Emanuela“, schallt es durch die ehemalige Fabrikhalle, die sich mit einem guten Sound präsentiert. „The Joker“, ein Klassiker der Steve Miller Band, muss dann für „The Grosser“ herhalten.

Andere „Lovestory“-Songs wie „Deine Mama“, „Denxu“, „Robot Girl“ und besonders „Du driftest nach rechts“ hinterlassen hingegen einen eher faden Eindruck. Da hätte man sich gerade jetzt ein schärfer geschnittenes Bekenntnis gewünscht als nur den Wunsch, dass es mit der politisch „gebräunten“ Ex-Freundin wieder alles so wie früher sein soll. Letztlich sind es aber weitere Hits wie „Bettina“, „Schwule Mädchen“ und „Nordisch By Nature“, die die Fans jubeln und feiern lassen. Auch nach der kleinen Ewigkeit von knapp 30 Jahren ist Fettes Brot noch immer gut für eine fette Party.

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