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Aachen/Düren: Erst in der Haft fällt die Psychose des Täters auf

Aachen/Düren : Erst in der Haft fällt die Psychose des Täters auf

Erst als der 21-jährige Dürener im November 2007 in der Haftanstalt wieder einen Menschen angriff, scheint man bemerkt zu haben, dass mit seiner Gesundheit etwas nicht stimmt.

So eröffnete das Aachener Schwurgericht am Mittwoch - jetzt zum wiederholten Male - ein sogenanntes Unterbringungsverfahren im Gefolge eines Kapitalverbrechens. Jene Gerichtsverfahren haben das Ziel, Straftäter entweder dauerhaft oder bis zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit in die Psychiatrie einzuweisen.

Dem jungen Mann wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im Zustand der Nichtzurechnungsfähigkeit - er soll eine Psychose wegen Drogenmissbrauchs haben - am 3. Oktober 2007 seine Mutter getötet zu haben. Als seine Schwester dazwischen ging, bekam sie ebenfalls lebensgefährliche Messerstiche ab.

Für die Mutter aber kam jede Hilfe zu spät. Staatsanwalt Ralf Bücker schilderte den Verlauf des grausigen Geschehens in einer Dürener Wohnung. Gegen 13.15 Uhr soll der Beschuldigte unbemerkt von der Mutter in die Küche getreten sein und ein dort befindliches Küchenmesser gegriffen haben. Die Frau saß am Tisch mit dem Rücken zu ihrem Sohn, als dieser begann, „mit wuchtigen Stichen” die Frau zu traktieren.

Jene habe sich trotz der Attacken blutüberströmt zur Eingangstüre der Wohnung schleppen können. Dort im Flur sei die Schwester dazu gekommen mit den Worten „Bruder, hör auf!”. Da musste diese dran glauben, sie bekam zwölf Stiche in Hals und Körper ab, „bis er sie tot wähnte”, hieß der Wortlaut des Staatsanwalts.

Als die Schwester sich nicht mehr rührte, machte er bei der Mutter weiter. Mit etwa 30 Messerstichen in Rücken, Bauch und Hals verstarb sie am Tatort.

Später in der JVA stach er mit dem Essbesteck auf einen Wärter ein und verletzte ihn am Hals. Der Prozess geht am 9. Juli weiter.