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Erfolg dank eiserner Disziplin

Erfolg dank eiserner Disziplin

Aachen (an-o/argo) - Marie-Luise Korp stammt aus einer echten Skat-Familie. Ihre Schwester Martha war eine der besten Spielerinnen der Welt, jetzt hat sie es ihr mit dem zweiten Platz bei der WM gleich getan.

Die 54-jährige Aachenerin musste bei den Titelkämpfen in Grömitz nur Angelika Pullig aus Karlsruhe den Vortritt lassen. Mit 16499 Punkten hatte sie am Ende 1251 Zähler weniger als die Siegerin, im kombinierten Klassement von Damen und Herren reicht ihr Ergebnis immerhin für einen respektablen 83. Platz. Der Faktor Glück, sagt die Vize-Weltmeisterin, spielt immer eine Rolle. Aber am mangelnden Glück hat es nicht gelegen, dass es für den Titel nicht gereicht hat.

Fünf Tage dauern die Einzelwettkämpfe, die Spieler sitzen pro Tag bis zu acht Stunden an den Tischen. "Da gehört eiserne Disziplin zu", erzählt Marie-Luise Korp. Es werden 15 Serien zu 48 Spielen bestritten, das macht insgesamt 720 Partien.

Der Gesamtsieg wird in einer Extra-Runde der besten 16 ausgespielt, am Ende hatte Andreas Backhaus aus Berlin die Nase vorn. Der Mannschaftstitel ging an die Skatfreunde Hamm, der Nationentitel an Belgien.

Spendable Skatfreunde

Die Geschichte, wie und warum die Skat-WM nach Grömitz gekommen ist, hört sich an wie ein Märchen: Die Familie Hagen aus Grömitz hat zwölf Kinder, drei von ihnen wandern in den Fünfzigern nach Kanada aus. Sie gründen eine Tierbedarfsfirma und machen daraus eines der größten Handelsunternehmen in Nordamerika. Mittlerweile steinreich, beschließen die drei Brüder, ihrer Heimatstadt eine Skat-WM zu schenken. Direkt an der Ostsee lassen sie ein Festzelt für 2000 Leute aufbauen, in dem vom 28. September bis 6. Oktober die besten Zocker die Welt-Titel unter sich ausgemacht haben.

Bis zu 1.000 Spieler saßen in dem Festzelt gleichzeitig an den Tischen. Ist das nicht höllisch laut? "Nein", sagt die Vize-Weltmeisterin, "eher eine gespannte Ruhe." Mit dem Kneipenskat hat eine solche WM eben wenig zu tun.

Wer es selbst einmal ausprobieren will: Gäste sind bei den Trainingsabenden von "Herz Dame" immer willkommen. Gespielt wird mittwochs ab 19.30 Uhr (ab Dezember 19 Uhr) in der Kneipe "Forster Eck" in Aachen-Forst, Ecke Trierer Straße/Adenauerring. Das Startgeld beträgt 10 Euro.