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Leipzig: Erfahrungen rund um den „Confed”-Cup

Leipzig : Erfahrungen rund um den „Confed”-Cup

Es beruhigt das Gewissen ungemein, dass Francileudo Silva dos Santos neben einem steht. Es ist zwei Uhr nachts, hier in Leipzig, in diesem amerikanischen Spezialitätenrestaurant mit schottischen Wurzeln. Das Gewissen meldet sich kurz vor der Bestellung noch einmal zu Wort.

Santos, wie er kurz genannt wird, ist vor ein paar Stunden noch unermüdlich über den Rasen geflitzt, hat geschwitzt und zwei Tore geschossen. Zu spät, liebes Gewissen, denn das Großhirn hat gerade gekontert. Fünf Confederations-Cup-Stadien in sieben Tagen können durchaus gegen den tunesischen Nationalstürmer Santos anstinken. Sind ja auch nur zwei Hamburger, aber trotzdem bleibt genügend Zeit, um die Komplett-Cup-Reise noch einmal am Großhirn des Sportreporters vorbeirauschen zu lassen.

Der Prolog ist bei weitem nicht so kurz wie bei der Tour de France. Die Akkreditierung erweist sich montags als unmöglich, weil die Polizei vermutlich vergessen hat, das Führungszeugnis zu checken. Der nette Herr im Bayern-auswärtsgold-Polohemd schlägt eine Express-Anfrage vor. Okay, Kaffee trinken, in zwei Stunden wieder hier. „Nein, das dauert 48 Stunden.” Aha, Polizei und Post arbeiten jetzt eng zusammen.

Mittwoch, kurz vor Argentinien gegen Tunesien, gibts dann die Plastikkarte. Ohne Zustimmung der Polizei.