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Aachen: Ensemble Wien verwöhnt mit herrlichen Melodien

Aachen : Ensemble Wien verwöhnt mit herrlichen Melodien

Man konnte den Stein förmlich hören, der Werner Janssen, dem Intendanten des grenzüberschreitenden Festivals Euriade vom Herzen fiel.

Beim Auftritt des Ensembles Wien im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen gab er am Wochenende in seinen Begrüßungsworten seiner Erleichterung über die rege Zuhörerresonanz Ausdruck; war doch der Zuspruch zu den beiden ersten Aachener Konzerten recht mager gewesen.

Die Hörerinnen und Hörer dieses dritten Konzertes mochten sich in die gemütliche Atmosphäre eines Wiener Kaffeehauses versetzt fühlen. Es fehlten nur Kaffee und Kuchen.

Akustisch wurden sie im ersten Teil des Abends verwöhnt mit den beliebtesten Melodien aus Mozarts Opern „Figaros Hochzeit”, „Don Giovanni” und „Die Zauberflöte”.

Was an Gaumenschmaus fehlte, das ersetzten die vier Instrumentalisten Rainer Honeck und Raimund Lissy (Violine), Peter Göt- zel (Viola) und Josef Niederhammer (Kontrabass), allesamt an führenden Positionen bei den Wiener und Münchner Philharmonikern, reichlich durch einen herrlich musizierten Reigen schönster Melodien zum innerlichen Mitsingen.

Dass hier auf allerhöchstem Niveau musiziert wurde, versteht sich angesichts der hochkarätigen Besetzung von selbst, wobei die Bassbesetzung mit Kontrabass statt mit Cello noch eine besondere Note in diese Streichquartettformation brachte.

Die zeitgenössischen Bearbeitungen von Mozarts Ohrwürmern, mit wienerischem Charme, flotten Tempi und verführerischer Tonqualität in Szene gesetzt, ließen die melodische Substanz dieser hier quasi zur absoluten Musik ohne die Singstimmen erhobenen Musik um so ohrenfälliger werden.

Der zweite Konzertteil brachte dann Walzer und Polkas von Josef Lanner, Carl Maria Zierer und Josef und Johann Strauß. Der ureigenen wienerischen Idiomatik dieser Interpretationen konnte sich kaum jemand aus dem Publikum entziehen.

Wenn diese Musik schon auf den Klang eines Streichquartetts mit Kontrabass reduziert ist, dann ist sie sicherlich bei dem Ensemble Wien in allerbesten Händen. Charmanter kann man das kaum musizieren.