Eleganter Wohlklang: Ensemble Quatuor Ebène spielt Beethoven und Brahms

Eleganter Wohlklang : Ensemble Quatuor Ebène spielt Beethoven und Brahms

Mit dem französischen Quatuor Ebène stellte sich zum Auftakt der neuen Saison der Accordate Kammerkonzerte eine noch relativ junge, aber bereits international arrivierte Formation im voll besetzten Krönungsaal vor, die mit einem Beethoven-Brahms-Programm aufwartete.

Beethovens fünftes Quartett in A-Dur aus der ersten Streichquartettreihe op. 18 und das allerletzte der insgesamt 16 Quartette op. 135 in F-Dur, Beethovens letzte vollendete Komposition überhaupt, rahmten das erste Quartett c-Moll op. 51 Nr.1 von Johannes Brahms ein.

Das mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete Ensemble, das 2004 den ARD Wettbewerb gewonnen hatte, fühlt sich in den verschiedensten Gattungen der Musik zu Hause, im Jazz ebenso wie in der Klassik, machte darüber hinaus mit Crossover-Projekten von sich reden. Vielleicht gestattet dies einen unverkrampften Zugang zum klassischen Repertoire, ist dabei hilfreich, ein eigenes künstlerisches Profil zu entwickeln.

Auf Wohlklang bedacht

Bei Beethovens durchweg heiterem und tänzerisch bewegtem frühen A-Dur-Quartett überrascht schon bei den ersten Tönen eine gewisse Eleganz, die sich in der Tonbildung wie in einer freien Agogik äußert. Das ist alles auf Schönheit und Wohlklang bedacht, die Ausflüge ins klanglich Robuste sind selten.

Pierre Colombet und Gabriel le Magadure, Violine, Marie Chilemme, Viola, und Raphaël Merlin, Violoncello, pflegen einen ausgewogenen Musizierstil, der freilich fernab von jeglicher Sterilität angesiedelt ist. Dass sich das alles auf einem spieltechnisch äußerst hohen Level abspielt, dass Klangbalance und individuelles Können perfekt sind, versteht sich bei einem Ensemble auf diesem Niveau von selbst.

Spieltechnisch perfekt

Beethovens allerletztes Quartett in F-Dur, das sich in seiner Heiterkeit und Schwerelosigkeit stark von seinen unmittelbaren Vorgängern abhebt, erklingt hier in einer klanglich ausgewogenen, spieltechnisch perfekten, die durchbrochene kompositorische Struktur zusammenfassenden Wiedergabe, die in dem entrückten langsamen Variationensatz ihren emotionalen Höhepunkt findet.

Beim rhythmisch widerborstigen Scherzo wird klanglich etwas robuster zugepackt. Vital und mitreißend gelang das Finale mit dem Motto „Der schwer gefasste Entschluss“ mit seinem kapriziösen Frage- und Antwort-Spiel „Muss es sein? Es muss sein.“

Die durchgängige Schlankheit des Klangbildes, die Eleganz der Tonbildung und die plastische Ausformung der Motivik bestimmen auch die Wiedergabe des ersten der drei Quartette von Johannes Brahms. Die Energie des Kopfsatzes mit ihrer punktierten Rhythmik wirkt vital, aber immer klanglich gebändigt, wunderschön kantabel gelingt die Romanze, intensiv und emotional bohrend das Finale.

Dass das Ensemble Quatuor Ebène nach dem zweiten Beethoven-Quartett trotz des begeisterten und anhaltenden Beifalls auf eine Zugabe verzichtete, war angesichts des ausladenden Programms verständlich.

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