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Energie-Kompetenz für Europa

Energie-Kompetenz für Europa

Aachen (an-o) - An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH)Aachen soll das europaweit führende technisch-wissenschaftliche Zentrum für Elektrizitätswirtschaft und Hochspannungstechnik entstehen. Die Verträge dazu sind unterzeichnet.

In die "gute Stube" des Hauptgebäudes am Templergraben - das ehemalige Dienstzimmer des Rektors, das nun als Sitzungssaal genutzt wird - hatte am Montag RWTH-Rektor Professor Burkhard Rauhut geladen. Es galt, den Kooperationsvertrag zwischen den RWTH-Instituten für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft sowie für Hochspannungstechnik einerseits und der Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft (FGH) andererseits zu schließen. In der Forschungsgemeinschaft sind nahezu alle namhaften Unternehmen der deutschen Elektrizitätswirtschaft sowie der zuliefernden Industrie vertreten.

Viele Tätigkeitsfelder

Und das gibt die Richtung der neuen Kooperation vor, die in ein Kompetenzzentrum münden wird: Lehre, Forschung und Praxis sollen eng miteinander verzahnt, vorhandene Einrichtungen der Vertragspartner optimal genutzt werden. Tätigkeitsfelder gibt es viele. Internationale Normungsarbeiten wie die Zertifizierung von Stromnetzen etwa, oder die elektrische Hardware mit Informationstechnik zu verknüpfen. Deutlicher Schwerpunkt der Kooperation ist vor allem praxisnahe Bildung und Weiterbildung der Ingenieure. So soll "Grundlagenwissen schneller in die Praxis übertragen" werden, wie Professor Hans-Jürgen Haubrich es formulierte. FGH-Präsident Klaus-Peter Müller sieht die Arbeit des neu konzipierten Kompentenzzentrums vor allem darauf ausgerichtet, Einzelgebiete der Elektrizitätswirtschaft in komplexe Systeme zu überführen.

Er lobte zudem die Einigung "in Rekordzeit" zwischen RWTH und FGH. Erst im vergangenen Mai hatte es die ersten Gespräche gegeben. Nutzen wollen die neuen Partner vor allem auch die Möglichkeit zum Personaltransfer zwischen RWTH und FGH, vor allem bei praxisorientierten Forschungsprojekten. Äußeres Zeichen der Kooperation ist auch, dass die RWTH-Professoren Hans-Jürgen-Haubrich und Armin Schnettler in den Vorstand der FGH eintreten. Eine Angliederung des neuen Kompetenzzentrums als sogenanntes "An-Institut" an die Aachener Hochschule ist durch die Vertragsunterzeichnung beschlossene Sache.