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Düsseldorf: Einzigartige Baselitz-Sammlung mit Kunst aus Afrika

Düsseldorf : Einzigartige Baselitz-Sammlung mit Kunst aus Afrika

Die westliche Kunst funktioniere anders, als die Skulptur in Afrika, sagt Georg Baselitz. Und weiter: „Gerade gemacht, ist eine Skulptur in Afrika bereits mehrere tausend Jahre alt.” Das habe damit zu tun, dass im Westen der Künstler stets etwas Neues zu schaffen aufgefordert sei.

In Afrika hingegen haben sich die Traditionen über die Zeit bewahrt.

Also sieht man beim Rundgang durch die Ausstellung „Baselitz. Die Afrika-Sammlung” in der Kunstsammlung NRW am Grabbeplatz in faszinierende, archaische, überwältigend ausdrucksstarke Gesichter, ist man begeistert von der Reduktion, die mit wenigen gestalterischen Mitteln höchste Emotionalität erzielt.

Und von all dem wird nicht bekannt, wie alt es wirklich ist. Einige Objekte zumindest weisen „moderne” Accessoires auf, ein Gewehr zum Beispiel, oder eiserne Nägel und Spiegelglas, was vielleicht einen Hinweis bieten könnte.

Aber es ist eigentlich auch nicht wichtig, nicht wirklich wesentlich. Dafür ist jedes der rund 130 Objekte einzigartig.

Hat der Sammler Georg Baselitz den Künstler Georg Baselitz beeinflusst? Der Rückgriff auf afrikanische Formfindungen wäre für die europäische, zumal die deutsche Kunst, nichts Neues.

Hinlänglich bekannt ist dieser Zusammenhang aus dem Expressionismus. Doch Baselitz verneint: „Ich habe die Sammlung begonnen, als ich noch Maler war.” Erst 1980 habe er selbst seine erste Skulptur geschaffen. Den Einfluss beschreibt er mit den Worten „es ist eher so, als bekomme man gezeigt, wie man Geister machen kann, indem man von der menschlichen Gestalt ausgeht.”

Baselitz Sammlung gehöre zu den weltweit profiliertesten, so Ausstellungskurator Peter Stepan. Sie sei zwar nicht regional, ethnologisch oder thematisch ausgerichtet. Aber in 25 Jahren hat Baselitz Stücke erworben und zu einer sehenswerten Sammlung vor allem ostafrikanischer Kunst zusammengeführt, die ihn persönlich fasziniert haben.