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Dresden: Einst üppige Verherrlichungen: „Der Triumph des Bacchus”

Dresden : Einst üppige Verherrlichungen: „Der Triumph des Bacchus”

In der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister werden derzeit vierzig Gemälde gezeigt, die ursprünglich zu einer der bedeutendsten Sammlungen der italienischen Renaissance gehörten.

Wie die Medici in Florenz oder die Gonzaga in Mantua hatten die Este in Ferrara hochkarätige Werke verschiedendster Gattungen zusammengetragen, die ihren Herrschaftsanspruch und ihre humanistische Bildung gleichermaßen unterstrichen.

Einhundert der schönsten Gemälde, darunter Bilder von Garofalo, Dosso Dossi oder Girolamo da Carpi, gelangten 1746 durch einen Ankauf des sächsischen Kurfürsten und polnischen König August III. nach Dresden.

Im Rahmen der Ausstellung „Il Trionfo di Bacco”, die in Ferrara von rund 60 000 Menschen besucht wurde, ist eine Webseite aus der Taufe gehoben worden, auf der die in alle Welt zerstreuten Kunstschätze der Este virtuell wieder zusammengeführt werden ( http://eca.cineca.it ). Die Ausstellung im Dresdner Residenzschloss wurde in drei Abteilungen gegliedert.

Das Bildprogramm der meisten Werke diente der Verherrlichung des Herrschers, selbst dort, wo religiöse Gegenstände thematisiert wurden.

Als verbindendes Element der Este-Sammlung erweist sich die Orientierung an der Malerei Raffaels, der etwa die Vorlagen für die als Gegenstück konzipierten Bilder der beiden Schutzheiligen von Ferrara, den Erzengel Michael und den Hl. Georg, aus der Hand von Dosso Dossi und Battista Dossi geliefert hatte.

Innerhalb des Dekorationszyklus für den Palazzo di Corte bildet Garofalos frisch restaurierter „Triumph des Bacchus” von 1540 den unbestrittenen Höhepunkt. Das rund drei mal zwei Meter große Bild entstand nach einer Skizze Raffaels von 1517.

Da der „Göttliche” aus Urbino zur Auführung des Gemäldes nicht mehr bewegt werden konnte, erhielt dessen glühender Verehrer Garofalo den Auftrag. Und auch heute noch beflügeln die Meisterwerke Ferrareser Malerei die Phantasie der Bertrachter.