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Monschau: Eine zauberhafte Entführung ins Reich der Mitte

Monschau : Eine zauberhafte Entführung ins Reich der Mitte

Musiktheater, das sich in die Herzen der Zuschauer spielt, ohne kitschig zu wirken: Das bot am Donnerstagabend die Kammeroper Dresden mit Franz Lehárs „Das Land des Lächelns”.

Zugleich dokumentierte die freie Bühne aus der sächsischen Landeshauptstadt mit ihrer bravourösen Aufführung, dass die Operette alles andere als ein Genre von gestern ist.

Dass diese Inszenierung von Kammeroper-Prinzipal Thomas Ender so ansprechend wirkte, lag mit an dem Bühnenbild. Manfred Hüfners Entwürfe besaßen so viel Illusionscharakter, dass sich der Besucher schon von der Szenerie in das Reich der Mitte entführt fühlte.

Reizende Einfälle wie zum Beispiel der, nach der Pause vier Prinzessinen (übrigens stumme Rollen) in Sänften auf die Bühnen zu tragen und dabei einen kleinen Drachen tanzen zu lassen, erwies sich als gute Idee.

Die Geschichte um die Wiener Gräfin Lisa, die sich in den Prinzen Sou Chong verliebt, ihm in seine Heimat folgt und schließlich zurück zu ihrem treuen Verehrer, Gustav Graf von Pottenstein, findet, fesselte die Zuschauer aber nicht nur durch den Rahmen ihrer liebreizenden Präsentation.

„Das Land des Lächelns” war aber ein Fest der schönen Stimmen. So begeisterte Sybille Keller in der Rolle der Lisa ihre vielen Zuhörer durch den silbrigen Glanz ihres Gesanges - ähnlich wie Jeanette Oehlschläger als des Prinzen Schwester Mi.

Mit Jens-Uwe Mürner (Sou Chong) war einer der wichtigsten männlichen Rollen mit einem Darsteller von hervorragender Sensibilität besetzt. Daniel Gerber setzte als Graf „Gustl” von Pottenstein Akzente, die eher in den Bereich des Komödiantischen und Boulevardesken wiesen.