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Köln: Eine Schule der Oper für Aachen?

Köln : Eine Schule der Oper für Aachen?

Die Pläne des Landesministeriums für Wissenschaft und Forschung, die Musikschulen in NRW neu zu strukturieren, stoßen in Köln auf heftigen Unmut.

Der Rektor der dortigen Hoschschule für Musik, Professor Josef Protschka, kritisierte am Dienstag in das Konzept, das Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft vorgelegt hatte, als „kontraproduktiv und sachlich nicht nachvollziehbar”.

Es sieht unter anderem vor, die bisher der Kölner Hochschule angegliederte Abteilung Wuppertal in die Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule zu integrieren.

Musikhochschule Köln bedauert Verlust Wuppertals

Der Standort Aachen soll weiterhin eine Abteilung der Kölner Hochschule bleiben. Hier werde, „leider mit heißer Nadel genäht”, so Protschka. Es könne nicht angehen, gewachsene Strukturen zu zerstören, nur weil man in Düsseldorf eine Ressourcen-Aufbesserung benötige.

Dies gelte in Bezug auf Wuppertal inbesondere für den Bereich der Musikpädagogik. Die Zusammenarbeit mit Aachen, dem zweiten Köln-Standort würde nach Einschätzung Protschkas umso mehr gestärkt.

Der Schwerpunkt der Aachener liegt auf einer, in langjähriger Zusammenarbeit mit dem Theater praxisbezogenen Opernausbildung. Diese Zusammenarbeit könne zur Gründung einer gemeinsamen Opernschule Köln/Aachen mit den Schwerpunkten Opernorchester (Aachen) und Köln (Symphonische Musik) führen.

Die Pläne, in Dortmund eine von allen vier NRW-Musikhochschulen (Detmold, Düsseldorf, Essen und Köln) getragene Orchester-Akademie einzurichten, die ein Weiterbildungs- und Aufbaustudium vorsieht, verurteilte Protschka als realitätsfern: „Die Besten gehen frühzeitig in ein Profi-Orchester, zum großen Teil noch während ihres Studiums”.

Sollten diese Besten verpflichtet werden, nach Dortmund zu gehen, könne er sich vorstellen, aus dem Verband der Musikhochschulen auszusteigen.