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Aachen: Eine kleine Sternstunde beim Kammerkonzert

Aachen : Eine kleine Sternstunde beim Kammerkonzert

Als kleine Sternstunde erwies sich das 4. Kammerkonzert mit Mitgliedern des Sinfonieorchester Aachen im Foyer des Theaters.

Das letzte Konzert vor der Sommerpause der inzwischen überaus beliebten Kammermusikreihe stand im Zeichen der französischen Spätromantik und des Impressionismus.

Doch beschränkte sich das ansprechende und atmosphärisch dichte Programm nicht nur auf bekannte Komponisten.

Eine wirkliche Entdeckung waren die „Quatre Poems op. 5” für Mezzosopran, Viola und Klavier des Elsässers Charles Martin Loeffler nach Gedichten von Charles Baudelaire und Paul Verlaine.

Den unterschiedlichen Stimmungen der vier Gedichte, für die Loeffler eine jeweils eigene, teils düster-melancholische, teils sogar expressiv-surrealistische Klangfarbe gefunden hat, spürten Judith Berning (Mezzosopran) mit warmer, leidenschaftlicher Hingabe und Andrew Simpson (Viola) mit strahlend-edlem Instrumententon feinnervig nach.

Marianne Reiser (Klavier) sponn als gewandte Mittlerin einen weichen klanglichen Teppich für die beiden Solostimmen.

Mit Charles Gounods „Evening Song” nach einem Gedicht von Adelaide Anne Procter, einem Walzer mit einer wundervoll schwingenden Melodie, rundeten die drei Musiker ihre ausgezeichnete Leistung ab.

Mit einer gänzlich eigentümlichen Klangfarbe überraschte das erste rein instrumentale Stück des Konzerts: Claude Debussys Sonate für Flöte, Viola und Harfe.

Schwebend die Harfe (Stana Beißwänger), hell tönend die Flöte (Matthias Schmidt) und sanft-hauchig die Viola (Simpson): Anmutig - und von den Musikern her gesehen technisch und musikalisch perfekt - verschmelzen die Instrumentalstimmen miteinander, und doch haftet dem Gesamtklang immer etwas Ätherisches, Unwirkliches an.

Den fulminanten Schlusspunkt markierte Gabriel Faurés zweites Klavierquartett g-moll op. 45, einem Werk aus seiner Reifezeit, das sich gelassen mit den drei Quartetten von Johannes Brahms messen lassen kann.

Das meisterlich gearbeitete Stück atmet in seinem Wechselspiel zwischen dem Klavier und den teils solistisch ausdifferenzierten Streichinstrumenten den blühenden Geist der Romantik, bewahrt zugleich aber stets die typisch französische Noblesse.

Alexis Vincent (Violine), Simpson, Eberhard Beißwänger (Cello) und Reiser meisterten das Werk mit einer absoluten Brillanz, die aus vier einzelnen Musikern - an sich schon exzellent - ein einheitlich verschmilzendes Ganzes werden ließ.

Weitere Aufführung des Programms: am Montag um 20 Uhr.