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Aachen: Ein Sinn für Technik muss schon sein

Aachen : Ein Sinn für Technik muss schon sein

„Am günstigsten ist es, wenn man sich gleich mit dem Abschlusszeugnis der 9. Klasse bei uns bewirbt”, sagt Jürgen Geidel, „doch leider denken so früh nur die wenigsten daran.” Der 42-Jährige ist seit 1992 Ausbilder bei der Stawag. Auch wenn seine eigenen Lehrjahre schon einige Zeit zurück liegen - vor 25 Jahren war er selbst Azubi beim Aachener Energieversorger - kann er sich noch immer gut in die jungen Leute hineinversetzen, die sich um eine Ausbildungsstelle als Elektroniker für Betriebstechnik oder Anlagenmechaniker bewerben.

Deshalb ist er auch für den Einstellungstest verantwortlich.

Diese verlaufen immer nach dem gleichen Muster: Zunächst wird schriftlich das technische Wissen abgefragt und dann das handwerkliche Geschick getestet. Danach geht es um den Wissensstand der Bewerber in Deutsch und Mathematik: Ist der Dreisatz bekannt? Wie gut ist das räumliche Vorstellungsvermögen? Kann der Bewerber einfache technische Zeichnungen lesen?

„Man sollte sich aber nicht verrückt machen”, beruhigt der Ausbilder. Aus den einzelnen Zensuren wird nach einem ausgeklügelten System eine Gesamtnote gebildet. Und wer hier gut abschneidet, ist seinem Berufswunsch ein gutes Stück näher: Er wird zum Einstellungsgespräch eingeladen.

Bei dem ist dann auch Antje Wilhelm anwesend, die in der Personalentwicklung auch für die Neueinstellung von Azubis zuständig ist. „Bewerber sollten dem Gespräch eine große Bedeutung einräumen und gut vorbereitet erscheinen”, rät sie. „Schließlich hat man hier die Möglichkeit, über sich selbst zu berichten und der Bewerbung auf dem Papier gewissermaßen ein Gesicht zu geben.”