1. Kultur

Ein runder Blick in den Mund

Ein runder Blick in den Mund

Düsseldorf (dpa). Erstmals sind in NRW Zahnimplantate mit Hilfe eines 3-D-Navigationsverfahrens eingesetzt worden. Das Verfahren ist teurer, aber anscheinend angenehmer.

"Die neue, computergestützte Technik bedeutet weniger Schmerzen und geringere Komplikationen als das herkömmliche Verfahren", sagte Implantologe Hans Dieter John in Düsseldorf. Der Mediziner hatte zuvor einer 43-Jährigen vor zahlreichen Fernsehkameras drei Implantate in den Unterkiefer eingesetzt.

"Der Computer überwacht wie ein Navigationssystem den Vorgang des Implantierens und stoppt ihn bei geringsten Abweichungen", erläuterte John. Zuvor wird ein dreidimensionales Computertomogramm erstellt.

In Israel entwickelt

An dem virtuellen Kiefer des Patienten wird dann die optimale Position für das Implantat errechnet. Beim Implantieren wird in eine Zahnlücke ein Stift eingepflanzt, der am Ende überkront wird. "Entscheidend ist bei dem Eingriff, dass benachbarte Zahnwurzeln und der Gesichtsnerv nicht verletzt werden."

Mit den herkömmlichen, zweidimensionalen Röntgenbildern sei die Implantation deutlich schwieriger gewesen, betonte John. Das in Israel entwickelte System kostet 40.100 Euro. "Die Mehrkosten für den Patienten belaufen sich auf rund 1000 Euro, da der Operateur einige Stunden mehr Planungszeit benötigt", sagte John. Nach der etwa einstündigen Operation konnte die 43-Jährige mit drei provisorischen Zahnkronen die Praxis wieder verlassen.