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Ein Preis für das Forschungsnetzwerk

Ein Preis für das Forschungsnetzwerk

Barmen (an-o/ks) - Für die vorbildhafte Vernetzung mit Forschungseinrichtungen hat die Robert-Bosch-Stiftung dem Gymnasium Haus Overbach in Barmen den diesjährigen "NaT-Working"-Preis (Naturwissenschaft und Technik) verliehen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Mit dem Geld möchte das Haus Overbach in Barmen nach den Sternen greifen. Sinngemäß. Denn als der Schule nun von der Münchener Stiftung "NaT-Working-Preis" überreicht wurde, rückte das Astronomielabor näher. "Wir arbeiten mit Forschungseinrichtungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zusammen", erläuterte Heinz Lingen als Schulleiter die Overbacher Initiative, die vor zwei Jahren griff.
Damit wollte man besonders jene Mädchen und Jungen ansprechen, die sich weit über das normal-schulische Angebot hinaus für Naturwissenschaften interessieren. Diese Spezialangebote sind mittlerweile ein Renner geworden. Dabei griff Werner Decker als Koordinator jene Idee auf, die im 18. Jahrhundert in England Wissenschaftler und Bürger an einen Tisch brachte. Es wurde bei Mondlicht - elektrisches Licht gab es damals noch nicht - diskutiert, spannende Themen im Club "Lunar Society" erörtert. In Overbach wurde daraus der "New Lunar Society" - Diskussionsabend, bei dem nicht selten weit über 100 Schüler mit Gastredner von Unis oder Forschungseinrichtungen diskutieren. Dabei ging es zuletzt um Hirnforschung und Kosmologie.

Man ging etwa der Frage nach, wie das Gehirn auf Drogen reagiert. Oder aber, wie Hypnose in der Medizin angewandt werden kann. Im "Open Lab" - dem offenen Chemielabor, wofür der Schule vor zwei Jahren 50000 Euro geschenkt wurden - stellen Schüler selbsterdachte Versuche zusammen und experimentieren. Außerdem besuchen sie Forschungslaboratorien im Forschungszentrum Jülich, der FH, der RWTH Aachen oder bei Grünenthal und Philips, die auch allesamt am Projekt "Lehrer-Schüler-Wissenschaftler im Dialog" mitarbeiten. Darüber hinaus bietet das Gymnasium Ferienakademien oder Wissenschaftswochen an, die von Schülern aus ganz Deutschland belegt werden. Herausragend auch die Erstellung einer CD über die Europäische Spallationsneutronenquelle (ESS), wofür es jüngst einen Sonderpreis des FZJ Jülich gab.

Bald ein Astronomielabor

Diese Arbeiten haben die Bosch-Stiftung so beeindruckt, dass sie die Barmener Schule vor den anderen 40 Bewerbern mit dem ersten Preis belohnte. "Jetzt möchten wir gerne ein Astronomielabor einrichten", so Schulleiter Lingen,. Die Idee sei zwar noch nicht ganz ausgereift, "aber ich bin mir sicher, dass wir in Overbach schon bald in die Sterne gucken werden."