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Aachen: Ein Fest der Klänge auf der Euriade

Aachen : Ein Fest der Klänge auf der Euriade

Es sollte ursprünglich eine reine Schubertiade ausschließlich mit Musik von Franz Schubert sein, die im Rahmen des Euriade-Festivals im Brüssel-Saal des Eurogress geboten wurde.

Dann entschloss man sich kurzfristig, neben zwei Ohrwürmer aus der Feder Schuberts Mozarts Klavierquartett Es-Dur KV 452 zu setzen.

Das war sicherlich kein Fehler, ist doch diese Umarbeitung des Bläserquintetts KV 452 in ihrer überquellenden Inspiration und ihrer Tiefgründigkeit eine schöne Ergänzung zu Schuberts Arpeggione-Sonate und dem „Forellenquintett”.

Das Mendelssohn-Trio Berlin mit Stephan Picard, Violine; Ramon Jaffé, Violoncello; und Andreas Frölich, Klavier, wurde ergänzt durch den Bratscher Zvi Carmeli und im Falle des Quintetts durch den Kontrabassisten Ingo Klatt.

Kammermusik auf höchstem Niveau erlebten die Zuhörer bei der Wiedergabe des Mozart-Quartetts. Die Wiedergabe traf genau die Balance zwischen zupackender Musizierfreude und ausgefeilter Phrasierung.

Hatte schon bei Mozart die klangliche Dominanz des geöffneten Konzertflügels etwas gestört, so wurde dies bei der ansonsten wunderbar kantablen und intensiven Wiedergabe von Schuberts a-moll-Sonate durch den Cellisten Ramon Jaffé und Andreas Fröhch noch eklatanter.

So differenziert Frölich auch spielte: Es ist sicherlich nicht Sinn der Sache, dass jede kleine Begleitfigur im Klaviersatz lauter erscheint als die melodische Hauptlinie im Cello.

Ramon Jaffé ließ den gesanglich-sonoren Ton seines Instrumentes strömen und vermittelte im Verein mit Andreas Frölich die leise Melancholie dieser Musik in anrührender Weise.

Überquellende Musizierfreude hingegen strahlte das A-dur-Quintett aus, das nach seinem langsamen Variationssatz benannte „Forellenquintett”.

Als Zugabe boten sie dem begeistert applaudierenden Publikum noch einmal jenen Abschnitt des Variationssatzes, in dem die Vertonung des Liedes „Die Forelle” in ihrer Originalgestalt zitiert wird.