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"Ein Bremsklotz für die Bahn"

"Ein Bremsklotz für die Bahn"

Aachen (an-o/jg) - Die Bahn will die Strecke Aachen-Düren erst nach dem Jahr 2010 ausbauen. Im europäischen Hochgeschwindkeitsnetz werde sie damit zum "Nadelöhr und Bremsklotz", so der Aachener Verkehrsverbund (AVV). Zudem werde der Regionalverkehr erheblich beeinträchtigt.

Die derzeitigen Planungen der Bahn erfüllen "weder die Kriterien für ein leistungsfähiges Hochgeschwindigkeitsnetzt noch die Rahmenbedingungen für eine konfliktfreie und zukunftsorientierte Abwicklung der Personen- und Güterverkehre", erklärte AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich gestern in der AVV-Verbandsversammlung.

Auf belgischer Seite werde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Abschnitt von Lüttich bis zur deutschen Grenze bis Ende 2006 auszubauen, alle anderen Neubauten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Frankfurt seien bereits fertig. Nur zwischen Aachen und Düren passiere nichts. Hier halte die Bahn an der Zweigleisigkeit fest und versuche Fakten zu schaffen, "die auf lange Zeit nicht veränderbar" sind.

Erhebliche Folgen

Die Folgen für den Regionalverkehr sind laut AVV erheblich: Da die Hochgeschwindigkeitszüge Vorrang haben, werden die Regionalexpresszüge und Regionalbahnen festgehalten. Das führe zwangsläufig zu mehr Verspätungen. Betroffen sei auch der Güterverkehr, der in der Region vor einem "Quantensprung" stehe: Ein internationales Unternehmen wolle sich mit Logistik und Produktion hier ansiedeln und jährlich 400.000 Tonnen Güter auf die Schiene bringen. Der AVV will diese Planungen der Bahn nicht einfach hinnehmen.

Auch nicht, dass es immer noch keine Anzeichen für den Ausbau des Aachener Hauptbahnhofes gibt. Die Verbandsversammlung beschloss gestern, alle Landtags-, Bundestags- und Europaabgeordneten der Region sowie sämtliche Landräte, den Aachener Oberbürgermeister und den Staatssekretär im Bundesverkehrsminsiterium, Achim Großmann um Unterstützung zu bitten. Denn: "So kann man unsere Region nicht behandeln."