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Nordeifel: Eifelfüchse: „Kaum Organisation aber 100 Prozent Optimismus”

Nordeifel : Eifelfüchse: „Kaum Organisation aber 100 Prozent Optimismus”

Die Eifelfüchse sind auf Kameljagd und auf dem Weg in den Orient. Für das Team um Christian Herwig aus Strauch fiel am Freitag der Startschuss zu einem ganz besonderen automobilen Abenteuer.

Die Allgäu-Orient-Rallye ist eine Low-Budget-Rallye für Menschen, die das kalkulierbare Abenteuer suchen. Spaß und Völkerverständigung sollen im Mittelpunkt stehen.

Klare Regeln

Bei der Allgäu-Orient-Rallye ist alles etwas anders: Die Veranstaltung soll kein Rennen sein. Die Route von Oberstaufen nach Jordanien ist frei wählbar, Autobahnen, Mautstraßen und Navigationssysteme dürfen aber nicht benutzt und nicht mehr als 666 Kilometer am Tag gefahren werden. Übernachtet werden darf nur in mitgenommenen Zelten oder in Unterkünften, die nicht mehr als zehn Euro pro Nacht kosten.

Außerdem sind nur Fahrzeuge erlaubt, die mindestens 20 Jahre alt und straßentauglich sind. Jüngere Fahrzeuge dürfen nur teilnehmen, wenn sie weniger als 2000 Euro wert sind. Preis für den Sieger ist ein echtes Kamel, das aber nicht nach Deutschland eingeführt werden darf und in Jordanien bleiben muss. Die Fahrzeuge übrigens bleiben auch vor Ort und werden dort für gute Zwecke versteigert.

Partner der Aktion ist das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. In diesem Jahr sollen außerdem Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, unterstützt werden, deshalb hat jedes Team zusätzlich einen Rollstuhl im Gepäck. Die Teams bestehen aus vier Personen und zwei Autos oder sechs Personen und drei Autos.

Bleibt eines der Autos unterwegs liegen, müssen dessen Fahrer in den Autos der Teamgefährten Platz nehmen. Es kommt also darauf an, dass das Team komplett am Ziel ankommt, und nicht darum, die Strecke möglichst schnell zu überwinden. Sieger ist das Team, das gemeinsam am Ziel ankommt und die Sonderaufgaben unterwegs am besten gelöst hat.

Mehr als 50 Teams nehmen an dem Abenteuer teil. Mit einem Saab 900i, Baujahr 1988, und einem Passat Kombi, Baujahr 1993, beteiligen sich die Eifelfüchse an der Jagd auf das Kamel. Christian Herwig und Markus Engelen sind seit langem gute Freunde, ihre beiden Teamkollegen Bernie und Stefan haben sie über eine Kontaktbörse auf der Internetseite der Rallyeveranstalter kennen gelernt. Während der Präsentation der Teams in Oberstaufen standen sie sich erstmals gegenüber.

„Das war schon etwas chaotisch”, erzählt Markus Engelen. Durch einen Bekannten ist Christian Herwig auf die Idee gekommen, an der Rallye teilzunehmen. „Das ganze riecht nach Abenteuer und Spaß. Man weiß ja nie, was mit den alten Gurken passiert”, sagt der 38-Jährige. „Hattest du nicht schon irgendwelche Geräusche gehört?”, fragt sein Teamkollege scherzhaft. In dem Moment meldet sich Diana Herwig zu Wort: „Ich hatte ihm die Sache fast wieder ausgeredet, und dann kamst du dazwischen.” Wirklich abhalten wollte sie ihren Mann aber nicht: „Ich gönne ihm so einen Männerurlaub und hoffe, dass er heil zurück kommt.”

Auf der Präsentation der Teams im Allgäu konnten sie sich bereits einen ersten Eindruck von ihren Konkurrenten machen. „Einige treten auf, als hätten sie alles bis ins Detail durchgeplant. Wir sind da flexibel und können uns auf fast alles einstellen. Wo wir schlafen, essen oder langfahren wissen wir nicht genau”, gibt Christian Herwig Einblicke in die Organisation. Diana Herwig scherzt: „Bei diesem Team gilt: Kaum Organisation aber 100 Prozent Optimismus.”

„Wir werden auf jeden Fall dort unten ankommen”, ist Engelen überzeugt. Dabei haben die Eifelfüchse noch ein zusätzliches Handicap zu meistern: Der Saab hat eine Sitzheizung, die sich beim Platznehmen automatisch einschaltet. „Genau das Richtige für die Wüste”, lacht Herwig. Der Zieleinlauf ist in einer Woche, am Sonntag, 11. Mai. Einen Tag später findet die Siegerehrung durch ein Mitglied des jordanischen Königshauses statt.