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Arlon: Dutroux filmte und fotografierte seine Opfer

Arlon : Dutroux filmte und fotografierte seine Opfer

Rund 17.000 Beweisstücke hat die belgische Polizei bei etwa 50 Haussuchungen bei den Angeklagten im Fall Dutroux sichergestellt.

Vor dem Schwurgericht in Arlon erklärte gestern der Fahndungsbeamte Lucien Masson, dass sich darunter auch zahlreiche Pornokassetten befanden, auf denen unter anderem festgehalten ist, wie der Hauptangeklagte Marc Dutroux drei junge Slowakinnen vergewaltigt hat - zwei davon bei sich zu Hause, eine während eines Kurzaufenthalts in der Slowakei.

Die Fahnder fanden bei Dutroux aber auch drei Nacktfotos der von ihm entführten Sabine Dardenne, aufgenommen mit einer Sofortbildkamera. Die damals zwölfjährige Sabine konnte nach 80 Tagen Gefangenschaft lebend gerettet werden.

Fotos, Videos, Fahrzeuge

Rund 1150 Fotos und 950 Negative wurden im Haus von Dutroux und seiner Ex-Frau Michelle Martin gefunden. Zum Grossteil handelt es sich um Familienfotos, doch es sind auch pornographische Motive und Aufnahmen von Vergewaltigungsopfern aus dem Jahr 1985 darunter. Vergewaltigungen, für die Dutroux 1989 zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden war, von denen er nur rund drei Jahre absass. Neben den Fotos und Videos stellte die Polizei auch 54 Fahrzeuge sicher, die den Angeklagten gehörten.

Mehrere davon dürften bei den Entführungen von An, Eefje, Sabine und Laetitia sowie beim Transport der Leichen zum Einsatz gekommen sein.

Dutroux wie ein Inquisitor

Wie ein Inquisitor befragte Marc Dutroux zu Beginn des Prozesses am Dienstag die beiden Cheffahnder der „Zelle Dutroux”, Michel Demoulin und Lucien Masson, die auch schon am Vortag ausgesagt hatten. In arrogantem Tonfall stellte er zehn Fragen, die er in der Nacht davor vorbereitet hatte. Gerichtspräsident Stéphane Goux konnte jedoch nicht nachvollziehen, was Dutroux mit den Fragen bezweckte. Er verschob daher kurzerhand den Fragenteil.